Zwei Bands an der Spitze

Neunkirchen. Gerechtigkeit siegt - dieser Spruch hat sich auch bei der dritten Vorentscheidung des Bandwettbewerbes "Ich+Ihr=Wir" am Freitagabend im Neunkircher Bürgerhaus bewahrheitet

Neunkirchen. Gerechtigkeit siegt - dieser Spruch hat sich auch bei der dritten Vorentscheidung des Bandwettbewerbes "Ich+Ihr=Wir" am Freitagabend im Neunkircher Bürgerhaus bewahrheitet. Die Pop-Rock-Gruppe Justice gehörte beim "Band Choice der toleranten Töne" des Kultusministeriums und der Musikhochschule Saar neben den Alternative-Rockern Trains of Thought aus Hüttigweiler zu den Gewinnern. Nun dürfen die neun Schüler zwischen 14 und 18 Jahren beim Abschluss-Konzert der Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Respekt am Samstag, 25. April, in der Congresshalle Saarbrücken auftreten. Und ihre Songs werden auf der CD zu dem Wettbewerb veröffentlicht."Wir wollen Gerechtigkeit für alle Menschen und Frieden auf der ganzen Welt", erklärte Sängerin Gözde Baylan, 15, eine der drei Justice-Sängerinnen, den Inhalt ihres Titels "We want Justice (Wir wollen Gerechtigkeit)". Den Song haben die Jugendlichen, getreu den Teilnahme-Bedingungen, eigens für den "Band Choice" geschrieben - mit dem Thema Toleranz haben sie dagegen bereits im Schulalltag Erfahrung gesammelt. Die Mitglieder besuchen die Gesamtschule Neunkirchen, die sich als "Schule ohne Rassismus" versteht. Zudem setzt sich die Band multikulturell zusammen. Die Schüler stammen von Thailand bis zur Türkei aus verschiedenen Ländern. "Die Entscheidung war heute relativ schwer", sagte Tom Poß. Der "Unser-Ding"-Redakteur gehörte neben Professor Wolfgang Mayer (Hochschule für Musik Saar), dem Musiker Holger Kiefer und Nele Scharfenberg (Saarbrücker Zeitung) der Jury an. Ihre Stimme machte das Endergebnis allerdings nur zu einem Drittel aus. Denn auch das Publikum konnte im Saal und per Internet mit abstimmen: Insgesamt wurden mehr als 147 000 Stimmen abgegeben. Daran sehe man auch, dass der Wettbewerb bei den Jugendlichen ein wichtiges Thema sei, waren sich Hochschul-Kanzler Wolfgang Bogler und Jugend-Staatssekretärin Gaby Schäfer einig: "Unsere Erwartungen wurden über alle Maßen erfüllt", war sie mit der Resonanz auf die Band Choice zufrieden.Weil das Gesamturteil so knapp ausfiel, dürfen sogar zwei Bands mit zum Finale. Trains of Thought haben sich dafür noch viel vorgenommen: "Wir arbeiten gerade an einem neuen Lied gegen Nazis", sagte Bassist Maximilian Holzer, 17, aus Urexweiler. Für Sir Moron and the Villains aus Neunkirchen reichte es dagegen nicht für die Endrunde. Aber auch für sie galt das Motto der Aktion "Miteinander statt gegeneinander": "Wir verstehen uns untereinander alle gut und pushen uns gegenseitig hoch", sagte Sänger Ron Finger.Insgesamt 95 Bands haben sich für "Ich+Ihr=Wir" beworben, 25 wurden für die vier Regional-Runden in Merzig, Püttlingen, Neunkirchen und Saarlouis ausgewählt. Einige Gruppen, deren Mitglieder älter als 19 waren und damit die Alterbeschränkung sprengten, traten als so genannte "Promotorenbands" auf. In Neunkirchen heizten so die Teddy Pickers (St. Wendel), Cavajanes (Neunkirchen) und die Merchweiler HipHop-Crew Saardrenalin zusätzlich die Stimmung an. Viele Gruppen brachten Freunde und ihre Familien mit. Defne, der jüngste Fan von Justice, war gerade mal zwei Jahre jung. "Vor dem Auftritt waren wir aufgeregt. Aber als die Zuschauer so toll mitgemacht haben, wurden wir lockerer und haben Gas gegeben", freute sich die 16-jährige Alessia Vecchio. "Wir verstehen uns untereinander alle gut und pushen uns gegenseitig hoch." Ron Finger