Freizeitweg: Zugverkehr zwingt Freizeitweg zu Umweg

Freizeitweg : Zugverkehr zwingt Freizeitweg zu Umweg

Der geplante Freizeitweg war Thema im Nohfelder Gemeinderat. Dort wurden die nächsten Schritt des Projekts erläutert.

Von einer „unglaublich schönen Bahntrasse“ sprach Geograf Bernd Zollhöfer vom Velo-Büro Saar, der im Auftrag des Landkreises St. Wendel das Projekt betreut und die technische Planung übernimmt. Er stellte den Nohfelder Gemeinderatsmitgliedern die Strecke vor, die zum Freizeitweg Freisen-Nohfelden-Nonnweiler werden soll. Angedacht sind zwei Bauabschnitte. Zum einen die Trasse der ehemaligen Westrichbahn von Türkismühle nach Wolfersweiler, zum anderen der Abschnitt der ehemaligen Hochwaldbahn bis Bierfeld. Planung und Ausschreibungen für das Stück auf Nohfelder Bann sollen 2018 über die Bühne gehen, die Bauarbeiten stehen dann 2019/2020 an. 13,8 der rund 30 Kilometer des Freizeitweges liegen auf Nohfelder Boden. Die Kosten für diesen Abschnitt beziffert Zollhöfer auf 2,15 Millionen Euro inklusive Demontage der Schienen, Beschilderung, Naturschutzausgleichskosten. Und Grunderwerb. Denn noch ist die Trasse nicht im Eigentum der Gemeinde. Oder besser gesagt der Naturlandstiftung Saar, die die komplette Trasse von der Deutschen Bahn im Paket übernehmen und dann an die jeweiligen Gemeinden verpachten will.

Daher sei der wichtigste Schritt für die Gemeinde nun: die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Auch diese übernehme die Naturlandstiftung. Zollhöfer nennt den momentanen Stand der Dinge „sehr positiv“. Für die Demontage der Schienen sei dann auch die Naturlandstiftung zuständig, genauso wie für die gesamte Rodung. Zollhöfer: „Die Gemeinden übernehmen  baufertige Trassen.“ Geht es nach Zollhöfer, soll der gesamte Weg asphaltiert werden. Dadurch werde er „deutlich nutzungsintensiver“ als bei Schotter.  Denn so spräche er eine breitere Bevölkerungsschicht an. Nicht nur Radler, sondern auch Inline-Skater oder Familien mit Kinderwagen; auch sei der Weg so behindertengerecht. Dabei gebe es ein Problem: Zwischen Wolfersweiler und Türkismühle muss der geplante Weg auf einem Teilstück von der Trasse runter. Weil diese die Bahn-Hauptstrecke zwischen Saarbrücken und Mainz kreuze.  Der neue Freizeitweg soll dann über die Eisenbrücke am Bahnhof Türkismühle geleitet werden. „Und wir durften noch nie einen Weg im Saarforst asphaltieren, auch diesen nicht.“ Zollhöfer will den Vorschlag dennoch einbringen. Er sieht in dem Abschnitt zwischen Türkismühle und Nonnweiler eine Besonderheit. „Dort ist ein Anschluss an den Bostalsee und an Center-Parcs möglich.“ Die Kosten für den Freizeitweg insgesamt sind mit 5,2 Millionen Euro veranschlagt. Das Wirtschaftsministerium gewährt einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent. Der Landkreis unterstützt die beteiligten Kommunen mit jeweils zehn Prozent der Kosten. Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit (CDU) kündigte an, für die verbleibenden 20 Prozent eine Bedarfszuweisung vom Innenministerium erwirken zu wollen. „Dann kämen auf Nohfelden nur zehn Prozent der Kosten zu“, so Veit.

Während CDU und SPD im Gemeinderat den neuen Freizeitweg befürworteten, hätte sich Heike Kugler von den Linken gewünscht, dass geprüft worden wäre, was eine aktive Nutzung der Bahnstrecke gekostet hätte. „Die Option, die Bahnstrecke zu reaktivieren, sollten wir uns offen halten“, so Kugler. Sie werde das Projekt ablehnen. Denn: „Wenn die Trasse erst einmal weg ist, dann ist sie weg.“ Das Ermitteln dieser Kosten sei „herausgeworfenes Geld“, sagte Veit. Denn bei einer Nutzung der Schienen im Öffentlichen Personen-Nah-Verkehr oder als Museumsbahn stehe der Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten.