Zu Ehren des Heiligen Bernhard

Am 20. August 1153 ist der Heilige Bernhard von Clairvaux gestorben, vor 850 Jahren also. Zu seinem Todestag haben sich nun viele Gläubige aus der Region aufgemacht, um mit einem Besuch der Klosterruine Wörschweiler dem Zisterzienserabten zu gedenken.

Der 850. Todestag des Heiligen Bernhard von Clairvaux - er starb am 20. August 1153 - war jetzt Anlass einer Gedenkveranstaltung in der Klosterruine Wörschweiler. Im Mittelpunkt stand zunächst einmal eine Führung durch die ehemalige Zisterzienser-Abtei mit Hans-Josef Britz vom Homburger Stadtarchiv sowie im Anschluss ein von Klinikpfarrer Raymond Rambeau gestalteter Vespergottesdienst zu Ehren des Heiligen Bernhard unter Mitwirkung der Komturei St. Wendel des Templerordens.

Trotz einiger Regentropfen zu Beginn und des steilen Anstiegs auf den Klosterberg hatten sich einige interessierte Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände der Klosterruine eingefunden, um an der Führung mit Stadtarchivar Britz sowie an der sich anschließenden Vesper teilzunehmen.

So erfuhren die Teilnehmer, dass die Abtei Wörschweiler 1130 von den Saarwerdener Grafen gestiftet wurde und in den Wirren der Reformation untergegangen ist. Bedeutende Adlige und die Mitglieder der Mönchsgemeinschaft fanden über Jahrhunderte ihre Ruhestätte in und um die Klosterkirche, welche Maria geweiht war.

Der Zisterzienserabt Bernhard war entscheidend für die Ausbreitung des Ordens über Frankreich hinaus auf ganz Europa, alleine 68 Klostergründungen gehen auf ihn zurück. Ende des zwölften Jahrhunderts bestanden in Europa bereits 530 Zisterzienserklöster, darunter auch Wörschweiler. Bernhard weilte 1146 in Speyer, der heutigen Bischofsstadt, wo er den Staufer-Kaiser Konrad III. für den zweiten Kreuzzug ins Heilige Land gewinnen konnte.

Bernhard von Clairvaux wurde 1172 heiliggesprochen und 1830 zum Kirchenvater erhoben. Er gilt als einer der größten Förderer der Templer, welche seit 1992 auch im Saarland vertreten sind.

Die Komturei St. Wendel nehme aus diesem Grund seinen Gedenktag zum Anlass, am Gottesdienst teilzunehmen, erklärte Sven Auriga, Komtur des Templerordens (OSMTH) der Komturei St. Wendel (Höchster Orden der Ritter vom Tempel zu Jerusalem), welcher mit fünf weiteren Mitgliedern des Templerordens nach Wörschweiler gekommen war.

Der Orden bemühe sich, "die christlichen Werte der Nächstenliebe, verbunden mit der alten Weltoffenheit und Toleranz der Templer zu erhalten und zu fördern", so Auriga. Zu den interessierten Teilnehmern gehörte auch Pfarrer Achim Dittrich aus St. Ingbert.

Er sei zum ersten Mal auf dem Gelände der Klosterruine und habe aus der Presse von der geplanten Gedenkveranstaltung zu Ehren des 850. Todestages des Heiligen Bernhard von Clairvaux erfahren, betonte Dittrich und zeigte sich positiv überrascht über dieses schön gelegene Kleinod.

Auch Anni Schindler aus Erbach staunte über die positiven Fortschritte der Arbeiten, welche seit Jahren auf dem Klosterberg geleistet wurden und immer noch werden.

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