Zimmer führt Lebach zum Triumph

Zimmer führt Lebach zum Triumph

Rückrundenstart geglückt: Der TV Lebach gewann am Sonntag das Saar-Derby in der Volleyball-Regionalliga der Frauen ohne Satzverlust. Vor einer Rekord-Kulisse schlugen die Betz-Mädels den SSC Freisen in Lebach mit 3:0.

"Einer geht noch, einer geht noch rein", dröhnte es am Sonntag aus den Boxen der Sporthalle Lebach. Als Aufforderung zum letzten Punkt. Eine Stunde und 20 Minuten waren im Saar-Derby der Volleyball-Regionalliga Südwest zwischen dem TV Lebach und dem SSC Freisen gespielt, als Alica Zimmer vor 250 gespannten Augenpaaren zur letzten Angabe schreitet. Matchball für den TVL, der nach Sätzen 2:0 und im dritten Durchgang mit 25:24 Punkten führt. Unerwartet, denn kurz davor roch es stark nach einem vierten Satz. Freisen lag mit 24:21 vorn und hatte drei Chancen, auf 2:1 zu verkürzen. Es klappte nicht. Angefeuert von der Rekord-Kulisse stemmten sich die Theelstädterinnen gegen die Verlängerung, behielten die Nerven und setzten zum Schluss-Spurt an. Die wuchtige Sprungangabe der überragenden TV-Spielführerin Alica Zimmer setzte die Gäste dann derart unter Druck, dass die den Ball nicht mehr übers Netz bekamen. 26:24, Matchball verwandelt, drei wichtige Punkte kassiert - Lebach jubelte.

"Innerlich hatte ich mich auf einen weiteren Satz eingestellt. Beim Stand von 22:24 kam meine beste Angabe-Spielerin zum Zug. Da schöpfte ich wieder Hoffnung", sagte Betz, der Außenangreiferin Zimmer ein dickes Lob zollte. "Alica hat bärenstark gespielt und wichtige Punkte gemacht. Das war Drittliga-Niveau", schwärmte der Lebacher Teamchef. "Oft ist es bei uns so, dass wir uns bei klarer Führung zu sicher fühlen und der dritte Satz dann in die Hose geht. Heute war es nicht so. Die ganze Mannschaft hat toll gekämpft, von Anfang an", gibt Zimmer das Lob an ihre Mitspielerinnen weiter.

Im ersten Satz dominierte Freisen lange. Die Gäste führten mit 7:3 und später mit 22:20, hatten da aber schon das Pech, dass Zimmer in der heiklen Schlussphase für Lebach an die Angabe kam. "Man muss in einem Satz nur einmal vorne liegen, am Schluss", scherzte Betz nach dem 25:23-Erfolg, kritisierte aber leichte Fehler. "Man hat gemerkt, dass wir sechs Wochen kein Pflichtspiel mehr hatten. Es fehlt die Praxis." Den zweiten Durchgang gewann Lebach mit 25:18 klar. Im dritten Satz ließ beim Tabellensechsten die Konzentration nach. Die Gastgeberinnen hinkten dem abstiegsgefährdeten Tabellenvorletzten lange hinterher (3:5, 12:15, 21:24), ließen reihenweise Chancen aus, um im entscheidenden Moment dann doch wieder zur Stelle zu sein.

Bei Brigitte Schumacher saß der Frust später tief. Innerlich brodelte es in der SSC-Trainerin, die keinen Kommentar abgeben wollte. Man solle doch Lebach befragen, polterte sie. Und statt ihre nie aufgebenden Spielerinnen für den kämpferischen Einsatz zu loben, übte sie lieber harsche Kritik an den Schiedsrichtern. "Die haben gegen uns gepfiffen."