Wo Kleidung Geschichte erzählt

Landesweit besitzt das Museum für Mode und Tracht in Nohfelden ein Alleinstellungsmerkmal. Und das seit einem Jahrzehnt. Am Sonntag hat das Museum beim Landestrachtentag des saarländischen Volkstanz- und Trachtenverbandes seinen zehnten Geburtstag gefeiert.

 Heidi Meier ist die Leiterin des Museums für Mode und Tracht. Für ihr Engagement wurde ihr jetzt das Ehrenabzeichen am Bande verliehen. Foto: B&K
Heidi Meier ist die Leiterin des Museums für Mode und Tracht. Für ihr Engagement wurde ihr jetzt das Ehrenabzeichen am Bande verliehen. Foto: B&K Foto: B&K

Als einziges Museum im Saarland beschäftigt sich das Nohfelder Museum für Mode und Tracht mit Kleidung- und Kleidungsgewohnheiten der Vorfahren. Auf einer Ausstellungsfläche von 123 Quadratmetern sind mehr als 200 Exponate zu besichtigen. Wie es zur Idee, ein nostalgisches Bekleidungshaus zu eröffnen, und dessen Weiterentwicklung kam, berichtet Museumsleiterin Heidi Meier.

Begonnen hat es damit, dass sie und Andrea Mark-Fuchs, damals Referentinnen für Tracht im saarländischen Volkstanz- und Trachtenverband (SVT), auf Bundestagungen gefragt wurden: "Gab es im Saarland keine Tracht?" Darauf machten sich Meier und Kollegin Mark-Fuchs auf die Suche nach Sammlungen und wurden fündig. "Daraufhin mussten geeignete Räume gefunden werden", erinnerte sich SVT-Ehrenpräsident Gerhard Holzer. 2001 scheiterte der Einzug in die Alte Schule in Oberkirchen wegen Finanzschwierigkeiten. Gleiches galt für den Versuch, zwei Jahre später im ehemaligen Amtshaus von Nohfelden unterzukommen. "2005 hat uns der damalige Nohfelder Bürgermeister Heribert Gisch dann die Räume in der ersten Etage des Amtshauses angeboten", ergänzte Holzer.

Im September 2005 wurde die Eröffnung der vier großen Museumsräume gefeiert, die mietfrei von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. "Wir stellen Exponate aus dem 19. Jahrhundert bis zu den 1920er Jahren aus", erklärte Meier. Im mittleren und größten Raum wird die Festtagskleidung aus der Zeit von 1845 bis 1920 präsentiert. "Alltags- oder Werktags-Bekleidung aus dieser Zeitepoche ist fast nicht erhalten", so die Museumsleiterin. An Stellwänden hängt die Mode für "drunter". Im grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von 1847 wurde die Unterhose als "unanständige Sprechart" bezeichnet und zum Beinkleid umgetauft. In einer Vitrine werden Exponate von Frauenhauben aus der Sammlung von Hermann Keuth aufbewahrt, eine Leihgabe der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz . Der ganze Stolz des Museums, so Meier, sind die saarländischen Bergmanns trachten beziehungsweise Bergmannsuniformen. "Sie gehören zur Geschichte des Saarlandes", betonte Meier. Seit 2007 präsentiert das Museum jährlich eine Sonderausstellung. Beim Landestrachtentag des Verbandes wurde die krankheitsbedingt verhinderte Museumsleiterin Meier für ihr Engagement in Abwesenheit mit dem Ehrenabzeichen am Bande ausgezeichnet. > weiterer Bericht folgt

museum-nohfelden.de