Wo ein Straßenstrich erlaubt ist

Wo ein Straßenstrich erlaubt ist

Wo ein Straßenstrich geduldet wird und wo nicht und zu welchen Zeiten – das waren unter anderem Themen am Dienstag im Hauptausschuss des Stadtrates. Die Einführung einer sogenannten Sexsteuer ist erst mal vom Tisch.

Bis zu 1000 Prostituierte gibt es in Saarbrücken. Das geht aus Schätzungen der Polizei, des Drogenhilfezentrums sowie der Vereine Alkona und "Le Trottoir" hervor. Allein 200 Frauen halten demnach auf dem Straßenstrich nach Freiern Ausschau. Diese Zahlen stehen in einer Verwaltungsvorlage, mit der die Stadtverwaltung eine Anfrage der CDU - Titel "Eindämmung der Straßenprostitution" - beantwortet.

Als Autorin geht die städtische Frauenbeauftragte Petra Messinger darin auch auf zurückliegende und bevorstehende Maßnahmen der Stadt gegen die Auswüchse der Prostitution ein. Wie Saarbrückens Rechtsdezernent Jürgen Wohlfahrt am Dienstag im Hauptausschuss des Stadtrates informierte, ist das gesamte Saarland Sperrbezirk - mit Ausnahme von Städten mit mehr als 35 000 Einwohnern. Seit August beschäftigt das Thema Straßenprostitution Stadt und Land.

Die Unterarbeitsgruppe (UAG) einer Arbeitsgruppe aus Stadtverwaltung und Landesregierung wies Anfang des Monats Bereiche aus, in denen Prostitution erlaubt ist. Dabei geht es um den Abschnitt der Dudweilerstraße zwischen Tunnel und der Einmündung Im Sauerbrod, der Burbacher Hochstraße von der Tankstelle bis zur Einmündung Saarterrassen und der Fritz-Vogeler-Straße im Deutschmühlental. Außerdem wurde erarbeitet, dass die sexuellen Dienstleistungen nur zu bestimmten Zeiten angeboten werden dürfen. Im Winterhalbjahr ab 20 Uhr, im Sommerhalbjahr ab 22 Uhr. Ende ist ganzjährig um 6 Uhr.

Den Burbacher Straßenstrich hätte die Polizei zwar lieber zwischen Helgenbrunnen und Burbacher Stern gesehen, die Stadtverwaltung hat aber auf dem vorgefassten Vorschlag bestanden - sonst wären die leicht bekleideten Damen mitten in einem Wohngebiet ihrer Arbeit nachgegangen. Auch der im Rahmen des sozialen Projektes für Drogenkonsumentinnen, "Le Trottoir", ausgewiesene Bereich in der Dudweilerstraße soll zu den Ausnahmen gehören. Die Einführung einer Erotiksteuer wird nicht vorrangig weiter verfolgt. "Anfragen in vergleichbaren Städten wie Dortmund haben ergeben, dass eine Eindämmung über eine Sexsteuer nicht messbar ist", so Oberbürgermeisterin Charlotte Britz.

Mitte Februar wird es eine Dienstreise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landeshauptstadt zur Landespolizeibehörde nach München geben, an der auch Vertreter der Polizeiinspektion St. Johann und Alt-Saarbrücken sowie eine Vertreterin des saarländischen Sozialministeriums teilnehmen. Bei dem Treffen sollen Erfahrungen mit Maßnahmen zur Eindämmung der Prostitution ausgetauscht werden. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz wird ebenfalls mit nach München reisen.

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