„Wir wollen einfach nur da sein“

Homburg · Der Ökumenische Ambulante Hospiz- und Beratungsdienst des Caritas-Zentrums Saarpfalz arbeitet jetzt enger mit den Altenheimen im Kreis zusammen. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen. Pflegekräfte werden nun bei der Begleitung und der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterstützt.

Einen Korb frischer Erdbeeren überreichte Gabriele John-Neumann, Koordinatorin des Ökumenischen Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Saarpfalz, dem Leiter des Caritas-Altenzentrums St. Barbara in St. Ingbert, Paul Lösch. "Erdbeeren stehen für das pralle Leben. Bezogen auf die Hospizarbeit laden sie uns dazu ein, darüber nachzudenken, was wir den sterbenden Menschen noch Gutes tun können."

Lösch nahm die Symbolik dankend auf und ließ den Korb mit den gerade vom Feld gepflückten Früchten durch den gut gefüllten Saal gehen. Dort saßen zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sowie Führungskräfte.

Zuvor hatte Gabriele John-Neumann die Bedeutung von Hospizarbeit erklärt. Ganz im Sinne von Cicely Saunders, der englischen Mitbegründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin, gehe es nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.

Allerdings habe Hospizabeit inzwischen auch viel mit professionellem Wissen zu tun, etwa im Hinblick auf die neuesten Erkenntnisse in der Schmerztherapie. Dazu gehöre es auch, Entscheidungshilfen aus palliativer Sicht zu geben. Wichtig sei schließlich, dass Hospizhilfe im Einvernehmen geschehe - nicht in Konkurrenz zu der wichtigen Arbeit der Pflegekräfte, sondern als Ergänzung und Unterstützung.

Der Landesdiakoniepfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz, Albrecht Bähr, hob hervor, dass Diakonie und Caritas gemeinsam an der bestmöglichen Versorgung und Betreuung der Betroffenen interessiert seien. Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, zugleich Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, sagte, mit der jetzigen Vertragsunterzeichnung seien inzwischen bereits acht Kooperationsvereinbarungen in kirchlicher Trägerschaft auf den Weg gebracht worden.

Esther Seegmüller, die hauptamtliche Mitarbeiterin des Ökumenischen Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Saarpfalz in Homburg, kümmert sich mit drei Ehrenamtlichen darum, den Vertrag mit Leben zu füllen.

"Wir wollen zunächst einfach da sein. Dazu bringen wir Zeit mit. Anders als die Pflegekräfte können wir uns auch einfach mal zwei Stunden zu den Schwerstkranken setzen und achtsam zuhören und mit ihnen ins Gespräch kommen." Was die Unterstützung der Pflegerinnen und Pfleger angeht, sieht sie eine ihrer wesentlichen Aufgaben darin, gegebenenfalls Ängste zu nehmen - vor möglichen Fehlern in der Arbeit mit Sterbenden und vor der eigenen Betroffenheit.

Von der Pflegedienstleistung wird das Kooperationsangebot dankbar angenommen.

Träger des ökumenischen Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Saarpfalz sind der Caritasverband für die Diözese Speyer, das Diakonische Werk der Pfalz und die Ökumenische Hospizhilfe/Pfalz/Saarpfalz.

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