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„Wir setzen einen Kontrapunkt zur Wegwerf-Gesellschaft“

„Wir setzen einen Kontrapunkt zur Wegwerf-Gesellschaft“

Elftklässler des Gymnasiums Johanneum machen mit bei dem Projekt „Junior – Schüler erleben Wirtschaft“. Sie wollen mit selbst gefertigten Mäppchen aus alten Schullandkarten Furore machen. Erste Erfolge sind schon sichtbar.

Ohne Zweifel, am Donnerstag machte Saarlands Bildungsminister Ulrich Commerçon bei seinem Besuch am Gymnasium Johanneum in Homburg ein gutes Geschäft: Für zehn Euro erstand er den letzten Anteilsschein des Juniorunternehmens "Repro". Der hat inzwischen aber schon einen Wert von 13,42 Euro - eine gelungene Interpretation des Begriffs "Mitnahme-Effekt".

Doch nicht nur der Gewinn von 3,42 Euro stand auf Commerçons Haben-Seite. Vielmehr konnte er sich bei seinem Besuch ein Bild davon machen, wie die Klassenstufe elf des Johanneums seit Beginn des Schuljahres ihr Neigungsfach in eine in vielen Facetten gewinnbringende Unternehmung verwandelt hat. Denn: Mit zunehmend wirtschaftlichem und in Euro messbarem Erfolg haben es sich die Jungunternehmer als Teil des Projektes "Junior - Schüler erleben Wirtschaft" des Instituts der Deutschen Wirtschaft zum Ziel gesetzt, mit selbst gefertigten Mäppchen aus alten Schullandkarten Furore zu machen (wir berichteten).

"Repro" nennt sich das Unternehmen - das steht für "recyceltes Produkt". Dahinter steckt der Wunsch nach einer nachhaltigen und ökologischen Ökonomie. Das und noch vieles mehr präsentierten der Repro-Vorstandsvorsitzende Fabian Thul, Unternehmens-Sprecherin Vivien Geenen und Mitarbeiter Lukas Bethscheider dem aufmerksam lauschenden Ulrich Commerçon. Mit dabei auch Schulleiter Helmut Seiwert und Sandra Klehenz-Bühler, als zuständige Lehrerin verantwortlich für das Neigungsfach.

Fabian Thul blieb es vorbehalten, die grundsätzlichen Punkte des bundesweiten Projekts "Junior - Schüler erleben Wirtschaft" zu erklären. Von dort aus spannten er und Vivien Geenen den Bogen hin zum eigenen Unternehmen. "Zu Beginn des Schuljahres haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welchen Unternehmensinhalt wir wollen", erläuterte Vivien Geenen. Eine Marktanalyse habe dann ergeben, dass die Idee, Mäppchen aus alten Schullandkarten zu fertigen, Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg bot. Lukas Bethscheider erläutert ergänzend den Charme der Geschäftsidee: die Mischung aus Umweltfreundlichkeit und Nostalgie. "Wir verwenden alte Landkarten, die eigentlich weggeworfen werden müssten. So setzten wir einen Kontrapunkt zur Wegwerf-Gesellschaft." Zusätzlich sei es die Absicht, unter dem Stichwort "Nostalgie" Käufern eine Erinnerung an die Schulzeit oder, mittels passendem Kartenausschnitt, an Orte zu ermöglichen, mit denen die neuen Besitzer der Karten-Mäppchen etwas verbinden. Dieser unternehmerischen Weitsicht zollte Ulrich Commerçon Respekt. "Ich finde das sehr überzeugend, wie ihr euch heute hier präsentiert habt!"

Zum Thema:

Auf einen BlickDie bundesweiten Junior-Programme des Instituts der Deutschen Wirtschaft bieten Schülern die Möglichkeit, ein Schülerunternehmen zu gründen. Ziel ist es, wirtschaftliche Zusammenhänge realitätsnah erlebbar zu machen. Auch werden soziale sowie fachliche Kernkompetenzen trainiert. red