"Wir allein schaffen das nicht"

Neunkirchen. Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen hat schon bessere Zeiten erlebt. Aber das ist lange, lange her. Inzwischen ist Ernüchterung im Ellenfeld eingekehrt. Oder Resignation, wenn man die aktuellen Zuschauerzahlen bei Heimspielen wertet. Die Vereinsanhänger hofften in den vergangenen zehn Jahren von Saison zu Saison, dass es wieder aufwärts gehen möge

Neunkirchen. Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen hat schon bessere Zeiten erlebt. Aber das ist lange, lange her. Inzwischen ist Ernüchterung im Ellenfeld eingekehrt. Oder Resignation, wenn man die aktuellen Zuschauerzahlen bei Heimspielen wertet. Die Vereinsanhänger hofften in den vergangenen zehn Jahren von Saison zu Saison, dass es wieder aufwärts gehen möge. Aber dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Auch durch neue Klasseneinteilungen kickt der Traditionsverein in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse. Gegner sind inzwischen viele kleine Klubs. Und die können sogar spielerisch mithalten im Ellenfeld. Für dieses allmähliche Absinken in die Bedeutungslosigkeit gibt es viele Gründe.

Führungskrise beendet?

Zum Beispiel die permanente Führungskrise und die knappen Finanzen. Im Herbst hat sich nun ein Aufsichtsrat formiert, der den anhaltenden Trend aufhalten will. Dessen Vorsitzender Martin Bach (Foto: rp) formuliert die Ziele: "Wir haben nach Weihnachten erneut zusammen gesessen und die Lage sondiert. Wir müssen den für das kooperative Geschäft zuständigen Vorstand neu aufstellen. Sicher ist, dass Giuseppe Ferraro Vorsitzender wird. Wer außerdem im Vorstand mitwirken soll, wird nach einem Gespräch mit den im Vorstand Verbliebenen entschieden. Es waren Leute aus dem Aufsichtsrat und engagierte Mitglieder, die mit ihrem finanziellen Engagement den Spielbetrieb in den letzten Monaten aufrecht erhielten. Wichtig ist aber auch, dass unsere Fans wieder ins Ellenfeld kommen. Wir allein schaffen das nicht."

Ein weiterer Grund für die desolate Finanzlage, sagt Martin Bach, seien nicht erfüllte Zusagen von Sponsoren. "Uns wurde Geld versprochen und in die Haushaltsplanung aufgenommen, das aber nie auf dem Borussenkonto ankam. Damit muss sich der Verein bereits seit Jahren herumschlagen. Wenn Spieler also wochenlang sogar ihre Trainingsfahrten selbst finanzieren müssen, ist das sicherlich nicht leistungsfördernd."

Knoll ist trotzdem zufrieden

Noch nicht spruchreif sei, wie es mit der sportlichen Leitung weiter gehe. Borussias Sportkoordinator Yilmaz Örtülü war telefonisch nicht erreichbar. Stellung zur aktuellen sportlichen Lage nahm Trainer Kurt Knoll: "Ich hatte mit einem besseren als dem elften Tabellenplatz und drei Punkten mehr gerechnet. Aber wir konnten die häufigen Ausfälle von Leistungsträger wie Matthias Stumpf, Arif Karaoglan, Daniel Schommer oder Pascal Olivier nicht kompensieren. So gesehen bin ich mit dem Erreichten zufrieden. Denn wenn wir nach der Winterpause mit dem kompletten Kader antreten können, werden wir ins obere Tabellendrittel aufrücken. Der Abstand dahin beträgt nur wenige Punkte."

Knoll bezeichnete den 2:1-Sieg beim FK Pirmasens und das 4:0 zu Hause gegen den SV Alemannia Waldalgesheim als die besten Auftritte seiner Mannschaft in dieser Saison. Insgesamt verbuchte der Club in 18 Partien 25 Punkte bei einem Torverhältnis von 26:26. Am treffsichersten waren Almir Delic mit acht und Pascal Olivier mit sieben Toren. Zu- und Abgänge gab es keine. Die Rückrunde beginnt am 13. Februar mit dem Heimspiel gegen den SV Auersmacher, Anstoß ist um 14.30 Uhr im Ellenfeld.