Winterdepressionen bei Modeläden

Winterdepressionen bei Modeläden

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat es am gestrigen Donnerstag an einigen Orten ein wenig geschneit. Ansonsten zeigte sich der Winter bislang von seiner milden Seite. Das hat auf einige Bereiche unseres täglichen Lebens Einfluss: Gesundheit, Einkauf und Arbeit.

Autoscheiben freikratzen, Schnee schippen, glatte Straßen - all das blieb uns erspart. Bisher. Denn der Winter kam bislang ungewöhnlich mild daher. Schlägt sich das auf unsere Gesundheit nieder? "Nein", sagt St. Wendels Gesundheitsamtschef Andreas Kramer. Allerdings tauchten dadurch früher als gewöhnlich Zecken auf, die Erreger der Hirnhautentzündung übertragen können. Kramer: "Die Zecken werden bereits bei Temperaturen von sechs bis acht Grad aktiv." Und Allergiker seien schon durch frühzeitig umherschwirrende Haselpollen betroffen.

Für die Natur seien die bisher hohen Grade im Januar eher unproblematisch. Peter Scherer, Vorsitzender des St. Wendeler Kreisbauernverbands, erklärt, dass Pflanzen die Winterruhe zwar benötigten, "sie aber an der Tageslänge merken, dass es noch Winter ist". Ob Landwirte mit Ernteverlusten rechnen müssen, hänge vom weiteren Witterungsverlauf ab.

Der Imkerkreisverband gewinnt dem warmen Januar ausschließlich Positives ab. "Die Bienenvölker", sagt Verbandsvorsitzender Berthold Klein, "sind zurzeit sehr stark". Er gehe normalerweise davon aus, dass 20 Prozent der Bienen einen kalten Winter nicht überstehen. Bei einem verspäteten Kälteeinbruch könne dies jedoch immer noch passieren.

Grund zur Freude haben die Beschäftigten im Straßenbau: Winterdienst? Bislang Fehlanzeige. Klaus Kosok, Pressesprecher vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen/Saar, sieht die bisherige Wetterlage in jeglicher Hinsicht sehr positiv. "Vieles, was eigentlich erst nach dem Winter auf dem Plan steht, kann zurzeit gemacht werden." Beispielsweise Straßenschilder reinigen und Bäume am Wegesrand stutzen. Frost hingegen setze Straßen eher zu, belaste die Fahrbahnen.

Leidtragender des bis dato ausgefallenen Winters ist der Einzelhandel. Warme Kleidung wurde zum Ladenhüter. Das Modehaus Houy in St. Wendel sei auf Mützen, Schals und dicken Strickpullis sitzen geblieben. Rabatte sollen nun Kunden ins Geschäft locken. Auch Mitarbeiter des Sporthauses Bies in der Kreisstadt beklagten zäh laufendes Wintergeschäft.

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