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Wenn Wandern zum Erlebnis wirdÜber militärisches Gelände marschieren

Wenn Wandern zum Erlebnis wirdÜber militärisches Gelände marschieren

Nohfelden. Verlassene Bunker, mächtige Douglasien und eine alte, keltische Wallburg. All das und noch einiges mehr gab es am vergangenen Sonntag beim Naheland-Wander-Erlebnistag

Nohfelden. Verlassene Bunker, mächtige Douglasien und eine alte, keltische Wallburg. All das und noch einiges mehr gab es am vergangenen Sonntag beim Naheland-Wander-Erlebnistag. Unter dem Motto "Wandern - Erleben - Genießen" bot die Gemeinde Nohfelden mehrere geführte Wandertouren an, die nicht nur durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sondern vor allem durch zahlreiche Sehenswürdigkeiten bestachen.Bei der zwölf Kilometer langen Bunkerwanderung ging es vorbei an insgesamt 15 Bunkeranlagen. Wem diese Tour nicht zusagte, der konnte sich auch für den ebenfalls zwölf Kilometer langen Bärenpfad entscheiden. Nur halb so lang, aber genauso interessant war die Elsenfels-Tour, denn sie führte zu dem Elsenfels in Nohfelden, der als keltische Wallburg noch relativ unbekannt, aber dennoch sehenswert ist. Und nur rund fünf Kilometer lang war die Waldlehrpfad-Tour, die sich auch für Rollstuhlfahrer eignete. Etwas Besonderes zum Naheland-Wander-Erlebnistag aber boten der Ortsrat, der Heimat- und Verkehrsverein sowie der Obst- und Gartenbauverein von Selbach. Sie ermöglichten es, den ersten Kinder-Premiumwanderweg Deutschlands schon vor seiner offiziellen Einweihung einmal zu testen. Geführt von erfahrenen Wanderern durften sich Kinder und natürlich auch Erwachsene einen Eindruck von dem sechs Kilometer langen Weg verschaffen.

Schon am frühen Morgen fanden sich rund 100 Wanderfreunde im Alter zwischen einem und 82 Jahren in Selbach ein. Los ging es an der Nahequelle, wo das dortige Wildgehege gleich für große Begeisterung sorgte. Da der Weg erst im kommenden Jahr eröffnet wird, ließ sich nur erahnen, was den Wanderweg künftig zum Kinder-Premium-Weg machen wird. Neben dem Wildgehege gibt es bisher nur ein Spielgerät für Kinder, dafür aber schon viele Bänke für kurze Erholungspausen. Entlang von weiß-rotem Absperrband, das die noch nicht fertiggestellten Wegweiser ersetzte, führt der Weg über Felder und Wiesen hinauf auf zwei Anhöhen, die auf der einen Seite einen Ausblick bis nach Frankreich ermöglichen und auf der anderen Seite neben der Sternwarte des Peterberges auch die Spitze des Erbeskopfes enthüllen. Auf so wenig geteerten Wegen wie möglich wanderten Kinder und Erwachsene dann wieder hinab ins Tal, um nach ungefähr zwei Stunden Wanderzeit wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Wem das unterwegs zu viel geworden war, der hatte zwischendurch aber auch die Möglichkeit, abzubrechen und auf einer kürzeren Ausweichroute zum Ausgangspunkt zurückzukehren. "Ich fand den Weg sehr schön", meinte die achtjährige Josephine Klein, die gemeinsam mit ihrer Klasse von der Freien Waldorfschule Saar-Hunsrück die Tour bestritten hatte. Für sie hätte der Weg sogar ruhig noch etwas länger sein können.

Auch die Veranstalter der Tour zeigten sich mit dem ersten Probelauf zufrieden. "Wir sind sehr überrascht über die große, positive Resonanz, die unser Weg schon jetzt bekommen hat", verriet Ortsvorsteher Alois Wilhelm. Außerdem sei man zu vielen Erkenntnissen gelangt, die für die zukünftige Gestaltung des Weges nützlich seien. "Wir haben zum Beispiel gemerkt, dass er in seiner jetzigen Form für Kinderwagen völlig ungeeignet ist. Da müssen wir noch Ausweichrouten einplanen", sagte Wilhelm. Wie der Weg bei seiner offiziellen Eröffnung aussehen wird, kann man schon erahnen, doch absolute Sicherheit wird es dann erst im nächsten Jahr geben. Baumholder. Nicht nur in Nohfelden wurde der Naheland-Wander-Erlebnistag begangen. 350 Wanderer lockte die Möglichkeit, einmal den Truppenübungsplatz zu begehen, nach Baumholder. So wie Heidi Altenhofer aus Oberkirchen. "Dass ein Truppenübungsplatz, wo Fauna und Flora sich weitgehend unberührt durch den Menschen entwickeln können, zum Wandern genutzt werden kann, gibt es nicht alle Tage", sagte sie. Unter Leitung der Kommandantur des Truppenübungsplatzes war eine Strecke von insgesamt 27 Kilometern quer durch das ansonsten militärisch genutzte, aber trotzdem unter Naturschutz stehende Übungsgelände organisiert worden.

Insgesamt befanden sich 15 Dörfer mit mehr als 4000 Menschen auf diesem Gelände, das zu einem riesigen Truppenübungsgebiet umfunktioniert wurde. Die damaligen Bewohner verließen ab 1937 ihre Häuser und suchten eine neue Heimat. So führte die Wanderung auch nach Breungenborn und Frohnhausen, zwei 1937 geräumte Dörfer. Zudem passierten die Wanderer eine römische Villa Rustica und keltische Gräber. Steile Anstiege führten hinauf zum Wilsberg, "wo uns ein überwältigender Rundumblick bis hin zum Pfälzerwald, zum Vogelsberg und in den Hunsrück für die Strapazen entschädigte", berichtete Heidi Altenhofer. red