Wenn die Instrumente sprechen

Zugunsten des Vereins Mukoviszidose erlebten die Zuhörer in der Bexbacher Waldorfschule ein Benefizkonzert vom Feinsten: Die Klarinettisten Helmut Eisel und Hanan Bar Sela sowie Pianist Sebastian Volz ließen ihre Instrumente sprechen.

Erstaunt blicken sich die Zuschauer um, als Hanan Bar Sela mit leisen Tönen auf seiner Klarinette das Konzert aus dem Publikum heraus eröffnet. Sie sind in großer Zahl gekommen, um am Mittwochabend in der Waldorfschule Bexbach im Rahmen eines Benefizkonzertes für den Verein Mukoviszidose ein Klezmer-Konzert der Extraklasse zu erleben. Als der Klarinettist die Bühne erreicht, sind auch Helmut Eisel an der zweiten Klarinette und Sebastian Voltz am Klavier beinahe unbemerkt mit eingestiegen und übernehmen abwechselnd die führende Melodiestimme, um sich und ihre Instrumente vorzustellen.

Hanan Bar Sela ist nun bereits das zweite Mal aus seiner Heimat Israel nach Deutschland gereist, um gemeinsam mit Helmut Eisel, einem saarländischen Klarinettisten und Komponisten, Konzerte zu geben. Zueinander gefunden haben die beiden vor zehn Jahren durch den gemeinsamen Freund und bekannten Klarinettisten Giora Feidmann, der über Hanan Bar Sela sagt: "Manche sagen, Hanan sei nicht so dünn. Aber er muss so sein: Innen drin ist alles Seele."

Der jüngste der drei Musiker ist der Pianist Sebastian Voltz, der neben seinen musikalischen Projekten mit Helmut Eisel die Tätigkeit des Musikschullehrers ausübt. Die Musik, die den Zuschauern an diesem Abend präsentiert wird, ist geprägt durch ihre kommunikative Seite. Das zeigt sich zum einen im ständigen Zwiegespräch der Instrumente. Ohne Worte, nur anhand der Musik lachen und weinen, schreien und flüstern, diskutieren und erzählen die Künstler und begeistern damit die Zuschauer, die ein Schmunzeln oder Lachen häufig nicht unterdrücken können. Sollen sie auch gar nicht! Jung und Alt miteinzubeziehen, die Kommunikation zwischen Publikum und Musikern, ist den Künstlern sehr wichtig. Und während die Musik alleine schon belebend wirkt, fordern sie immer wieder den Gesang der Zuschauer ein. "Klezmer ist nicht nur jüdische Hochzeitsmusik, sondern transportiert die Idee, etwas, das schon da ist, weiterzugeben", erklärt Helmut Eisel, der neben seinem Können an der Klarinette mit einer erfrischenden Moderation überzeugt. "So möchten wir Euch heute Abend die Melodien, die ihr gesungen oder gesummt habt, mit nach Hause geben."

Das letzte Lied des Konzertes widmen die Klarinettisten ihren Ehefrauen. "Es ist gar nicht so einfach für einen gläubigen Juden, der Deutschland für eine kurze Zeit besucht, sich den jüdischen Speiseregeln gemäß zu ernähren," berichtet Hemut Eisel. Daher habe Sara, die Frau des israelischen Klarinettisten, diesem Proviant für eine Woche mitgegeben.

Dank der besonderen Musik und der unvergleichlichen Art der drei Künstler wird der Abend so auch noch zum Ort einer interkulturellen Kommunikation.