Mosberg-Richweiler: Wenn alle auf das Rallye-Dorf blicken

Mosberg-Richweiler : Wenn alle auf das Rallye-Dorf blicken

Morgens Shakedown, am Abend die erste Wertungsprüfung. Mosberg-Richweiler erwartet Rallye-Fans aus aller Herren Länder.

An Halloween verwandeln sich die Dorfbewohner von Mosberg-Richweiler in Zombies, Vampire oder Monster. Wenn an diesem Donnerstag die weltbesten Rallyepiloten im 380-Seelen-Ort auf das Gaspedal treten, wird hingegen der Teufel los sein. Bereits im vergangenen Jahr waren mehr als 8000 Motorsportfreunden aus aller Herren Länder nach Mosberg-Richweiler gepilgert – und das nur wegen des Shakedowns, dem Abfahren der Wertungsprüfung (WP) St. Wendeler Land vor dem Start der eigentlichen ADAC Rallye Deutschland. „In diesem Jahr wird am Abend die erste WP bei uns ausgefahren und wir werden dann sehen ob die Rallyefans den ganzen Tag im Dorf bleiben“, sagt Jochen Klee, der Vorsitzende des Sportvereins.

Der Shakedown startet ab 10 Uhr und die 5,17 Kilometer lange WP 1 St. Wendeler Land um 19.08 Uhr. „Dafür werden wir gerüstet“, betont Klee. Mehr als 60 Helfer sind im Einsatz: Landfrauen, Fastnachtler, Chorsänger, Fußballer und die Feuerwehrleute besetzen die unterschiedlichen Dienste. „Das ist gut für das Miteinander der Vereine. Wir haben die Helfer so eingeteilt, dass sich jeder am besten dafür eignet“, erklärt Klee. Zuvor haben sie mehrere Sitzungen und Besprechungen im Ort sowie mit dem ADAC und dem Wolfersweiler Motorsportclub (MSC) Obere Nahe hinter sich gebracht. „Wir wollen alles unter einen Hut bekommen, so etwas funktioniert nur, wenn das Dorf dahinter steht. Dafür sind wir den Mitbürgern dankbar, die Landwirte sind im Vorfeld gezielt auf die Probleme angesprochen worden“, berichtet Löschbezirksführer David Werle.

Mit der Organisation von Großveranstaltungen, so Werle, haben die Vereine im Ort, der sich landesweit auch als Gruseldorf einen Namen gemacht hat, Erfahrung. „An Halloween hat die Organisation Veranstaltung Haunted Village ja auch eine riesige Dimension angenommen und die Rallye Kohle und Stahl geht ebenfalls bei uns“, sagt Werle. Und mit der ADAC Rallye Deutschland zusammen seien diese Großereignisse eine ganz wichtige Einnahmequelle für die Vereine.

1600 Parkplätze sind auf zwei Wiesenflächen für die Rallyeanhänger ausgewiesen worden. 2018 waren nur beim Shakedown 1300 Autos gezählt worden. „Pro Parkplatz werden jeweils zwölf Helfer eingeteilt und von dort sind die beiden Zuschauerpunkte gut zu erreichen“, so der Löschbezirksführer. Eine Ausfahrt führt die Autos bei der Abreise direkt zur L 322 zurück. Innerorts wird eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet und die ankommenden Wohnmobile können direkt den Sportplatz als Stellplatz ansteuern. „Da soll noch einer etwas über den guten alten Hartplatz sagen. Auf einem Rasenplatz könnten wir das nicht machen“, weiß Werle.

Am Mittwochabend werden die Zufahrten zu den Parkplätzen dichtgemacht und von einem Sicherheitsdienst kontrolliert. „Damit verhindern wir das Wildcampen und auch bei der Trockenheit wird nicht gegrillt“, will der örtliche Feuerwehrchef auf Nummer sicher gehen. Die Rallyefans können von zwei Zuschauerpunkten das Renngeschehen verfolgen. Spektakulär ist die Spitzkehre an der Dommersbach, wenn der WM-Führende Ott Tänak aus Estland und Co. von dort in Richtung Ziel Friedhof Steinberg-Deckenhardt rasen. „Wir haben die Bäume noch freigeschnitten, damit die Zuschauer gut die Strecke einsehen können“, ergänzt Werle. Am heutigen Dienstag bauen die Helfer das Feuerwehrzelt auf, das als Grillpavillon dient. Zudem muss alles ausgeschildert und gemeinsam mit dem MSC der Zwiebelzaun gestellt werden. „Für den Aufschrieb am Mittwoch steht alles“, versichert Werle.

Am Rallyetag beginnt der Dienst für die Helfer um 6 Uhr in der Früh. „Feierabend haben wir vor 23 Uhr nicht“, schätzt Klee. Aber das sei völlig egal, so der Vorsitzender des Sportvereins: „Denn wir freuen uns, Rallyefreunde aus der ganzen Welt begrüßen zu können, und wir werden ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen“. Und eins macht die Mosberger richtig stolz: Dass die Fernsehbilder von der ersten Wertungsprüfung aus ihrem Dorf rund um die Erdkugel ausgestrahlt werden.

Die ADAC Rallye Deutschland mit dem Servicepark am Bostalsee hat in diesem Jahr übrigens 19 Wertungsprüfungen (WP) im Programm (siehe Info-Kasten).

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