Weihnachtswünsche werden wahr

Traurige Kinderaugen an Heiligabend vor dem Christbaum, weil das heiß ersehnte Geschenk nicht da ist? Dagegen haben pfiffige Schülerinnen an der Gemeinschaftsschule in Türkismühle eine Aktion ins Leben gerufen. Sie sammelten Spenden, um Bedürftigen ihre Herzenswünsche zu erfüllen. Das bedeutete für das junge Organisationsteam jede Menge Arbeit in den vergangenen Wochen.

Eltern machten sich in diesen Tagen Gedanken darüber, welches Geschenk sie ihren Kindern unter den Christbaum legen. Dabei stellt das Weihnachtsfest für viele Familien eine immens hohe Belastung dar, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht.

Vier Schülerinnen der Türkismühler Gemeinschaftsschule wollten helfen, damit auch arme Kinder ihren Wunsch erfüllt bekommen. 92 Kinder aus dem St. Wendeler Land profitierten von der Initiative der Zwölftklässlerinnen, bekamen das, was sie so gerne haben mochten.

"Wir wollten etwas für Kinder machen, denen es nicht so gut wie uns geht", berichtet Alexandra Litschmann. Dann entschieden sich die Mädchen dazu, eine Weihnachtswunschaktion zu starten. Das war vor acht Wochen.

Die 18-Jährige und ihre Mitschülerinnen Annalena Schwickert, Mareike Müller und Celine Konrath (alle 17) klügelten im Unterricht die Idee dazu aus. Doch wie sollten die jungen Initiatorinnen an die Kinder aus sozialschwachen Verhältnissen herankommen? Sie knüpften mit dem Kreisjugendamt Kontakt. Dann ging's Schlag auf Schlag. "Wir haben für die acht Familienberatungszentren im Landkreis St. Wendel Wunschzettel vorbereitet", berichtet Celine Konrath. Die waren dazu da, um es den bedürftigen Kindern zu ermöglichen, ihre Wünsche darauf zu notieren. Für Außenstehende anonym, versteht sich. Nur Vorname und Alter spielten eine Rolle. Mehr erfuhren die Türkismühler Schülerinnen nicht.

"Parallel dazu wurde die Schulgemeinschaft über das Projekt informiert und ein Elternbrief verteilt", sagt Lehrer Jörg Friedrich, der das Projekt betreute. 92 Wunschzettel kamen ausgefüllt zurück. Eine Herkules-Aufgabe für die Mädels: "Wir sind echt froh, dass wir innerhalb kurzer Zeit alle Geschenke haben besorgen können", berichtet Annalena Schwickert erleichtert. Zuvor haben Menschen aus der gesamten Schulgemeinschaft die Wunschzettel erhalten. "Neben einzelnen Schülern, Eltern und Lehrern haben sich ganze Schulklassen an der Aktion beteiligt", sagt ein sichtlich zufriedener Friedrich. Die Prämisse: Kein Geschenk sollte teurer als 30 Euro werden.

Und wo kamen die Präsente unter, bevor sie verschenkt wurden? Als Zwischenlager stellte Schulhausmeister Klaus Müller einen Raum bereit. Kreisjugendamtsmitarbeiter Dirk Wolter unterstützte die Schülerinnen ebenfalls bei ihrem Unterfangen tatkräftig. Er holte die Geschenke ab und verteilte sie sodann. Wolters Zusage: "Noch vor Weihnachten werden die Geschenke über die Familienberatungshilfen an die Kinder weitergeleitet."

Fortsetzung folgt

 Die Helfer (von links): Alexandra Litschmann, Dirk Wolter (Kreisjugendamt), Celine Konrath, Annalena Schwickert, Mareike Müller und Lehrer Jörg Friedrich. Foto: Frank Faber
Die Helfer (von links): Alexandra Litschmann, Dirk Wolter (Kreisjugendamt), Celine Konrath, Annalena Schwickert, Mareike Müller und Lehrer Jörg Friedrich. Foto: Frank Faber Foto: Frank Faber

Für die vier Schülerinnen ist damit die aufwendige Arbeit vorbei. Und sie sind zufrieden. "Es hat uns viel Freunde gemacht, und die Kinder bekommen das Geschenk, dass sie sich gewünscht haben", sagt Mareike Müller. Und Schulleiterin Monika Geschuchna lobt das Quartett. "Wir schätzen das soziale Engagement der Schülerinnen sehr, dass ist gelebte Weihnacht." Und im nächsten Jahr wollen sie wieder Weihnachtswünsche wahr werden lassen.