Wasser-Monitor bringt Tobias einen Sonderpreis

Wasser-Monitor bringt Tobias einen Sonderpreis

Hohe Anerkennung für Tobias Klaus (14) aus Schiffweiler. Der Schüler des Neunkircher Gymnasiums am Krebsberg erhält im Rahmen des Landeswettbewerbs Saarland der Stiftung „Jugend forscht“ den Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission (CBM).

Prämiert werden in jedem Jahr Innovationen, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern oder sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen, heißt es in einer Pressemitteilung der CBM.

Hintergrund: Eine Maus bedienen oder eine Tastatur ist für viele Menschen motorisch nicht möglich, während einfache Bewegungen machbar sind. Tobias hat nun einen interaktiven Wasser-Monitor gebaut (wir berichteten), mit dem Menschen mit Behinderungen allein durch Alltagsbewegungen einen Computer steuern können. Das Ganze funktioniert laut CBM so: Den Finger ins Wasser tunken und schon startet das Programm. Tobias Klaus hat eine Glaswanne mit der Größe und Höhe eines Schreibtischs gebaut und sie mit gefärbtem Wasser befüllt. Die Wasser-Oberfläche wird so zur Arbeitsfläche, auf die mit einem Beamer das Bildschirmbild eines Computers projiziert wird.

Mit Sensoren und einem speziellen Computerprogramm werden dann Bewegungen in dieser Wasseroberfläche registriert und umgesetzt. Nach einem ähnlichen Prinzip werden auch die Bewegungen bei modernen Spielekonsolen erkannt. Es genügt, einen Finger an die Stelle ins Wasser zu tunken, auf die zum Beispiel das Abspielsymbol einer Musikdatei projiziert wird und schon geht's los. Oder die ganze Hand greift ins Wasser und bewegt sich nach rechts - mit dem Effekt, dass das Symbol über den Wasser-Monitor gezogen wird.

Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Er ist mit 300 Euro dotiert.

cbm.de

Zum Thema:

HintergrundDie Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Weltweit gibt es nach CBM-Angaben rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen - 80 Prozent leben in Entwicklungsländern. Dort werden sie kaum in die Gesellschaft integriert, was ihre Ausbildungs- und Berufschancen minimiert und Armut fördert. Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. red

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