Wahlkampf auf den Hund gekommen

Das nennt man eine Punktlandung. Beim Spiel „Schiffe versenken“ würde man sagen: „Treffer, versenkt!“ Da fordert die Alternative für Deutschland (AfD), die sich darum bewirbt, im Mai bei der Wahl für den Merziger Stadtrat antreten zu dürfen, für die Kreisstadt die Abschaffung der Steuer zumindest für den ersten Hund.

Prompt greift schon mal eine Partei das Thema auf. Gestern erreichte die Redaktion eine Pressemitteilung der CDU-Fraktion im Merziger Stadtrat.

Diese fordert jetzt eine Befreiung der Hundesteuer im ersten Jahr für all jene Zweibeiner, die ihren Vierbeiner aus dem Tierheim holen. Einer generellen Abschaffung für Hund Nr. 1 redet die CDU nicht das Wort. Das sei aufgrund der Finanzsituation nicht möglich. Außerdem befürchten die Christdemokraten, "dass eine generelle Aussetzung der Hundesteuer dazu führen kann, die Anzahl der Hunde in Merzig in Einzelfällen ausufern zu lassen". Die Aussetzung der Hundesteuer im ersten Jahr will die CDU verstanden wissen als Anreiz, sich einen Hund aus dem Tierheim zu holen. Es steht zu erwarten, dass auch andere Parteien im Kommunalwahlkampf sich des Themas Hund annehmen werden. Die Verwendung der Hundesteuer wäre da ein dankbares Thema, denn das Geld fließt in den Stadtsäckel, aber wohl nicht in Einrichtungen für die Vierbeiner.

Und dann ist es natürlich auch eine Frage, wieso Hundebesitzer Steuern zahlen müssen, die Besitzer anderer Tiere jedoch nicht. Zugegeben: Hinterlassenschaften von Hunden etwa an der Saar sind ärgerlich und ekelhaft. Aber was ein Pferd hinterlässt, schaffen zehn Hunde nicht. Also: Wie sieht es aus mit Gleichbehandlung?