Themenwoche: Von schmelzendem Eis und Plastik im Meer

Themenwoche : Von schmelzendem Eis und Plastik im Meer

Der Umweltexperte Michael Geisler sprach in Türkismühle mit Gemeinschaftsschülern über die Gefahren des Klimawandels.

Wo früher weiß leuchtende Gletscher den Großglockner in den Alpen bedeckten, ist heute ein Parkplatz. Mit zwei Fotos im direkten Vergleich machte Astronom Michael Geisler von Geoscopia Umweltbildung aus Bochum die Auswirkungen des Klimawandels deutlich. Der Umweltbildner referierte während der Themenwoche an der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle.

Die Klasse 6d wollte von Geisler mehr über das Klima und den Klimawandel erfahren. „Mit der Präsentation von Satellitenaufnahmen kann ich einen aktuellen Bezug herstellen und das weckt größeres Interesse bei den Schülern, als reines Nachlesen in Büchern“, meinte der Umweltbildner, bevor er seine Klimaexpedition startete. Durch die Gletscherschmelze, so erklärte Geisler, von denen die Hälfte bis zum Jahr 2050 verschwinden, drohe eine Wasserverknappung. „In Österreich müssen Rückhaltebecken zur Trinkwassergewinnung gebaut werden“, sagte er. Spektakulär waren beim Unterricht des Klimaexperten die neuen, faszinierenden Bilder, die über eine Satellitenschüssel auf dem Schulgelände empfangen wurden Sie konnten direkt mit Archivaufnahmen verglichen werden, um die Klimaveränderungen in verschiedenen Teilen der Erde darzustellen.

Der Rückgang des arktischen Meereises, so Geisler weiter, gelte als Folge des globalen Klimawandels, der das Abschmelzen im Sommer beschleunige und die Neubildung im Winter verlangsame. „Die extremen Regenfälle und eine Hitzewelle, wie im vergangenen Sommer,  haben damit zu tun“, meinte Geisler. Am 19. April 2018 wurden 30 Grad gemessen, am 29. September waren es 29 Grad. „Und dazwischen haben wir so gut wie keinen Regen gehabt. Es fehlt drei Viertel der normalen Regenmenge“, sagte er.

Wenn dann im Fernsehen darüber berichtet werde, wenn das Eis am Nordpol schmelze, steige der Meeresspiegel, dann stimme dies so nicht. „Der Meeresspiegel steigt um knappe drei Millimeter pro Jahr und er kann noch bis zu einem halben Zentimeter steigen“, prognostizierte Geisler. Anschließend referierte er noch über Plastik im Meer, zu dem die Sechstklässler während der Themenwochen Plakate entworfen haben.

„Vieles was ich gesehen und gehört habe, davon habe ich vorher nichts gewusst“, meinte der zwölfjährige Schüler Lars. Umweltbildner Geisler kam während der abschließenden Fragerunde aus dem Staunen nicht mehr raus. „Was die Schüler bereits wussten, war schon richtig klasse. Selten habe ich bislang eine derart interessierte und wissbegierige Gruppe aus dem sechsten Schuljahr gehabt“, lobte Geisler. Zur Reduzierung der Plastikvermüllung will Lenny (12) seinen eigenen Beitrag leisten: „Einfach nichts mit einer Plastikverpackung kaufen“. Sein Klassenkamerad Ramon resümierte: „Ich habe sehr viel Neues dazugelernt“.

Mit dem Vortrag des Experten war die Themenwoche noch längst nicht beendet. Mit Lehrerin Ramona Müller ging es noch zum zweiten Themenschwerpunkt Konsum auf die Einkaufsmeile in die Innenstadt von Saarbrücken. In den Geschäften nahm die Klasse 6d Kleidungsstücke unter die Lupe und überprüfte, ob sie im Herkunftsland durch Kinderarbeit oder Ausbeutung der Arbeitskräfte hergestellt sein könnte. Zudem warfen die Schüler einen kritischen Blick in die Abfallkörbe der Landeshauptstadt.

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