Von der Großbaustelle zum Anglerparadies

Differten · 10 000 Kubikmeter Schlamm wurden abgesaugt, um dann Hunderte von Tonnen Steine, Schotter und Kies einzubringen. Noch in diesem Frühjahr sollen die Arbeiten zur Weihersanierung in Differten abgeschlossen werden.

 Nachdem über einen Behelfsbahnübergang die Materialien herbeitransportiert wurden, können die abschließenden Sanierungsmaßnahmen an den Nordufern der Hauptweiher folgen. Foto: Rolf Ruppenthal

Nachdem über einen Behelfsbahnübergang die Materialien herbeitransportiert wurden, können die abschließenden Sanierungsmaßnahmen an den Nordufern der Hauptweiher folgen. Foto: Rolf Ruppenthal

Foto: Rolf Ruppenthal

In einen "heißen Frühling" sind die Angler aus Differten gestartet. Nachdem ein turbulenter Winter erfolgreich bewältigt wurde, - ein Amphibienfahrzeug eines bayrischen Spezialunternehmens saugte mehr als 10 000 Kubikmeter Schlamm aus den Weihern des ASV Differten ab - geht die Weihersanierung weiter. In einem Kraftakt wurde ein behelfsmäßiger Bahnübergang geschaffen, da die alte Brücke über den Schienenweg für größere Schwerlastverkehr-Belastungen nicht mehr geeignet ist.

Dank der unbürokratischen Kooperationen der beiden Transportunternehmen Rhenus Rail aus St. Ingbert und der Mosolf aus Überherrn war diese Aktion möglich geworden, nachdem eine angedachte Kooperation im Rahmen einer Baumaßnahme eines Energieversorgers fehlgeschlagen war.

Vorsitzender Rainer Becker hatte sich zuvor bei seinem Gleisbau-Kollegen von Saarstahl schlaugemacht und mit seinen Angler-Kollegen direkt für Nägel mit Köpfen gesorgt. In das Dickicht wurde eine Schneise geschnitten, mit Akazienstämmen die Schienen gesichert, eine Plane aufgebracht und darüber zunächst grober und dann feiner Schotter geschüttet. Alle Experten waren begeistert. Und die Lkw ließen nicht lange auf sich warten. 26 Schwergewichte rollten an, 450 Tonnen Wasserbausteine, 210 Tonnen Schotter und 120 Tonnen Kies wurden über die Behelfstraße herbeigekarrt und vor dem Anglerheim fein säuberlich abgelegt. Das Gelände des ASV Differten gleicht mehr einem Baustofflager als einem Anglerparadies.

Kaum war dieser erste Kraftakt erfolgreich bewältigt, ging es schon wieder an den Rückbau, denn für die unbürokratische Maßnahme standen gerade einmal drei Tage zur Verfügung. Dann rollten wieder die Autozüge von Fürstenhausen nach Überherrn. Da aber auch das Wetter bestens mitspielte, die Angelfreunde aus Differten mit massivem Arbeitseinsatz ihr Bestes gaben, wurde die "Aktion Lkw-Trasse" mit Bravour und ohne Probleme bewältigt.

Vorsitzender Rainer Becker zeigte sich hoch zufrieden: "Besser hätte es nicht laufen können", betonte er und dankte ausdrücklich allen, die mit ihrem unbürokratischen Engagement zum Gelingen beigetragen hatten. Dabei hatten die Differter Angler auch wirklich an jede Kleinigkeit gedacht. "Das Flies wäre im Grunde nicht notwendig gewesen", betonte der Vorsitzende Rainer Becker, "da wir unseren Schotter aber bei der Weihersanierung einbringen wollen, haben wir diese Folie ausgelegt, um eine Kontamination mit früher ausgesprühten Giftstoffen der Bahn zu verhindern". Jetzt folgt Phase drei. Ein weiteres Spezialunternehmen wird die Nordufer der beiden Hauptweiher sanieren. "Die großen Steine dienen dabei als Sockel, die kleineren werden aufgesetzt", erklärt Rainer Becker die Konzeption. Nichts wird dabei betoniert. Gerade mal zehn Arbeitstage sind dafür eingeplant, sodass die aufwendige und kostenintensive Weihersanierung noch in diesem Frühjahr erfolgreich abgeschlossen werden. "Dann steht uns hier eine der schönsten Weiheranlagen im gesamten Saarland zur Verfügung", freut sich Reiner Becker. Im Rahmen der Umbaumaßnahme im Bisttal werden auch breite Flachwasserbereiche geschaffen, um der Fischbrut ein optimales und geschütztes Terrain zu bieten.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort