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Vom Gesellenhaus zum Bürgerhaus

Vom Gesellenhaus zum Bürgerhaus

Neunkirchen. Als in den Hoch-Zeiten der Industrieansiedlungen veritable Führungskräfte nach Neunkirchen kamen, war eine ihrer ersten Fragen, wie es um Schulen und Kultur in der Stadt bestellt sei. Gerne wurde die Frage nach den Schulen beantwortet, in Sachen Kultur blieben die Neunkircher etwas zögerlich. Schulen gab es ausreichend, das kulturelle Leben hingegen hinkte ein bisschen

Neunkirchen. Als in den Hoch-Zeiten der Industrieansiedlungen veritable Führungskräfte nach Neunkirchen kamen, war eine ihrer ersten Fragen, wie es um Schulen und Kultur in der Stadt bestellt sei. Gerne wurde die Frage nach den Schulen beantwortet, in Sachen Kultur blieben die Neunkircher etwas zögerlich. Schulen gab es ausreichend, das kulturelle Leben hingegen hinkte ein bisschen. Als aber nach 1982 das ehemalige Kolpinghaus, der Nachfolgebau des ebenfalls von der Kolpingfamilie errichteten Gesellenhauses, zum Bürgerhaus umgebaut war, zeigten die Stadtverwalter und Industrieförderer mit Stolz auf diesen Bau. "Hier findet Kultur stadt", wurde gerne ein Wortspiel des ehemaligen SZ-Feuilletonchefs, Heinz Mudrich, zitiert. Der "Neunkirchen-Anfänger" hört hinter der Marienkirche das kulturelle Herz der Stadt schlagen. Hier findet er einen geräumigen Festsaal mit Balkon und großer Bühne. Er wird für die klassischen Aufführungen der "Wanderbühnen" ebenso genutzt wie für die eigenen Festivitäten der Stadt Neunkirchen. Aber auch die einheimischen, Kultur treibenden Vereine, von den beiden Theatervereinen "Kulisse" und "Schaubühne" über die Musikszene bis hin zu den Karnevalsvereinen, nutzen diesen städtischen Saal. Gastronomie gehört dazu. Der Saalkomplex mit dem beeindruckenden Glasfoyer aus der Ära des städtischen Bauamtsleiters Karljosef Wahl ist im Besitz der Stadt, während ein weiterer Teil des Gebäudes dem Bistum Trier gehört, auf dem Grund und Boden der Pfarrei St. Marien. In diesem "kirchlichen" Teil des Bauwerks war bis vor kurzem die Edith-Stein-Schule des Bistums untergebracht. Bald sollen hier die Institutionen der Pfarrei St. Marien und der Familienbildungsstätte untergebracht werden. Zum Bürgerhaus gehört noch ein zweiter Teil, das ehemalige Amtsgericht. Hier ist die VHS beheimatet und ist auch der Sitz der Neunkircher Kulturgesellschaft und damit des Neunkircher Kulturpapstes Dr. Peter Bierbrauer mit seiner Mannschaft sowie des Kulturvereins. Zum Kulturteam gehört auch die Galeristin Nicole Nix-Hauck mit der Städtischen Galerie, die vornehmlich jungen Künstlern Deutschlands ein Forum bietet. Die Bestände eines Museums des Neunkircher Verkehrsvereins sind ebenfalls im Bürgerhaus II untergebracht und auch die Arbeiten aus der Stiftung des gebürtigen Neunkirchers, Professor Wolfgang Kermer, einst Leiter der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Mit dem Umbau des Kolpinghauses zum Bürgerhaus und durch das Engagement von Kulturgesellschaft und Kulturverein expandierte seit den 1980er Jahren das kulturelle Leben in Neunkirchen.

HINTERGRUNDNirgendwo ist das Leben der Stadt Neunkirchen so eng verzahnt wie hinter der Marienkirche durch den Umbau des früheren Gesellen- bzw. Kolpinghauses zum Bürgerhaus. 1985 wurde dessen eindrucksvolles Foyer eingeweiht. 1987 folgte der Umbau des Alten Amtsgerichtes zum Bürgerhaus II. Mit dem Karchersaal Furpach, der Stummschen Reithalle, dem Gebläsehaus und dem Bürgerhaus verfügt die Stadt über attraktive Veranstaltungsstätten. gm