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Vom "erfüllten Leben" profitieren auch die Indianer im Regenwald

Vom "erfüllten Leben" profitieren auch die Indianer im Regenwald

Neunkirchen. Der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg ist am Dienstag, 9. November, 20 Uhr, im Bürgerhaus Neunkirchen zu Gast. Er hält den 90-minütigen Vortrag "Querschnitt durch ein erfülltes Leben". Schon in jungen Jahren treibt Nehberg das Fernweh hinaus in die Welt. Mit 17 fährt er mit dem Fahrrad nach Marokko, um Schlangenbeschwörung zu lernen

Neunkirchen. Der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg ist am Dienstag, 9. November, 20 Uhr, im Bürgerhaus Neunkirchen zu Gast. Er hält den 90-minütigen Vortrag "Querschnitt durch ein erfülltes Leben". Schon in jungen Jahren treibt Nehberg das Fernweh hinaus in die Welt. Mit 17 fährt er mit dem Fahrrad nach Marokko, um Schlangenbeschwörung zu lernen. In den 60er Jahren stößt er in den USA auf das Thema "Survival", die Kunst zu überleben in scheinbar aussichtslosen Situationen. Nehberg ist begeistert, importiert es nach Europa. Der Norddeutsche macht aus dem Wissen eine Wissenschaft. Er fängt Wildschweine mit der Hand, marschiert 1981 ohne Nahrung und Ausrüstung 1000 Kilometer durch Deutschland, befährt mit Jugendlichen 1986 auf einem Floß aus Sperrmüll die Elbe bis zur Nordsee. Er befährt 1972 als Erster den Blauen Nil in Afrika, durchquert 1977 mit Kamelen die Danakilwüste in Äthiopien, tritt 1996 an zu einem 700-Kilometer-Wettmarsch gegen einen Ureinwohner in Australien und einen Ironman aus den USA. Er schreibt 25 Bücher, es entstehen fast 30 Fernsehfilme. Im brasilianischen Urwald wird er 1982 Augenzeuge des drohenden Völkermordes an den Yanomami-Indianern. Ein Wendepunkt im Leben des Hamburger Konditors. Er beschließt, dem bedrohten Volk zu helfen. Aus dem Abenteuer wird "Abenteuer mit Sinn". Mit wechselnden Begleitern verdingt er sich als Goldsucher (1989) und als Malariahelfer (1991), um die Gegenseite kennenzulernen. Dabei entstehen heimlich gedrehte Filmdokumente. Sie konfrontieren die Welt mit dem "Bürgerkrieg im Regenwald". Nehberg konsultiert Papst und Weltbank. Dreimal überquert er mit scheinbar ungeeigneten "Selbstmordfahrzeugen" Marke Eigenbau den Atlantik. Mit einem Tretboot (1987), einem Bambusfloß (1992), einem massiven Baumstamm (2000). Er finanziert sich und seine Projekte mit Vorträgen und den Tantiemen seiner Bücher. Nach 18 Jahren ist das Ziel erreicht. Die internationale pro-indianische Lobby ist ausreichend groß geworden. Im Jahr 2000 erhalten die Yanomami von Brasilien einen akzeptablen Frieden. Nehberg baut den Yanomami mit Spendengeldern eine Schule, eine Krankenstation. Seit 2001 unterstützt er die Waiapí-Indianer in Nordost-Brasilien mit einer Krankenstation. Dann sucht er eine neue Herausforderung. Das wird der Kampf gegen den Brauch der weiblichen Genitalverstümmelung. Für Nehberg "der größte Bürgerkrieg aller Zeiten. Die Gesellschaft gegen die Frauen seit 5000 Jahren. Mit 8000 Opfern täglich". Mit seiner Lebenspartnerin Annette Weber gründet er 2000 seine eigene Menschenrechtsorganisation. Sie nennen sie "Target (englisch: Ziel), Gezielte Aktionen für Menschenrechte". 2006 erklärten höchste Islam-Gelehrte auf einer von Target veranstalteten Konferenz in Kairo den Brauch zum "Verbrechen, das gegen höchste Werte des Islam verstößt". Ein Novum in der Religionsgeschichte. Der Vortrag beinhaltet viele Kurzepisoden und längere Sequenzen. red