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Vollalarm für alle Neunkircher Wehren

Vollalarm für alle Neunkircher Wehren

Wellesweiler. Mit einer groß angelegten Übung im Neunkircher Industriegebiet Krummeg haben am Samstag die acht Löschbezirke der Feuerwehr Neunkirchen den zahlreichen Zuschauern ihr breit gefächertes Einsatzgebiet gezeigt. Weiter wurden die Angriffspläne und die einstudierte Einsatztaktik an dem Industriebetrieb auf ihre Tauglichkeit hin getestet

Wellesweiler. Mit einer groß angelegten Übung im Neunkircher Industriegebiet Krummeg haben am Samstag die acht Löschbezirke der Feuerwehr Neunkirchen den zahlreichen Zuschauern ihr breit gefächertes Einsatzgebiet gezeigt. Weiter wurden die Angriffspläne und die einstudierte Einsatztaktik an dem Industriebetrieb auf ihre Tauglichkeit hin getestet.Um kurz vor vier Uhr löst die automatische Brandmeldeanlage des kunststoffverarbeitenden Betriebs Feueralarm aus. Ein schrilles Alarmsignal schallert über den Hof und signalisiert den Mitarbeitern, dass etwas passiert sein muss. Konkreter beschreibt Neunkirchens Wehrführer Franz-Josef Kuhn die Ausgangslage und erläutert den Vertretern aus Politik und der Verwaltung, was sich die Übungsleiter ausgedacht haben: "Im Kesselhaus ist es zu einer Explosion gekommen, das Feuer breitet sich in dem Gebäude aus und greift bereits auf die umliegenden Lagerhallen über." Kuhn erläutert auch, dass die Mitarbeiter der Firma für solche Notfälle geschult sind und sich normalerweise auf die angegebenen Sammelplätze begeben. Doch in diesem Fall werden mehrere Mitarbeiter vermisst. Höchste Anspannung herrscht also bei den Einsatzkräften: Das Kesselhaus ist stark verraucht, und die Sichtweite im Gebäude beträgt nur wenige Zentimeter. "Das ist durchaus eine realistische Ausgangslage" so Ralf Kalajkovic. Der Chef des Löschbezirks Wellesweiler leitet die Übung.

Nachdem Kalajkovic sich einen ersten Überblick über die Lage verschafft hat, gibt er den Befehl, Vollalarm für alle Neunkircher Wehren auslösen zu lassen. Um 15.55 Uhr heulen daraufhin im gesamten Stadtgebiet die Sirenen. Nach und nach treffen nun die Fahrzeuge aus allen Stadtteilen ein. Um den Einsatz besser koordinieren zu können, wird der Einsatzleitwagen der Stadt Bexbach zur Einsatzstelle beordert. Kalajkovic teilt den Einsatzbereich in Abschnitte ein und koordiniert die Arbeit der Löschbezirke. Auch das Technische Hilfswerk wird mit einem Fachberater zur Einsatzstelle gerufen. Später rücken noch Kräfte des THW Neunkirchen an, um mit einem Lichtmast für das notwendige Licht an der Übungsstelle zu sorgen. Löschwasser muss aus der Blies gepumpt werden. Diese Aufgabe übernehmen die Löschbezirke Furpach, Wiebelskirchen und Sinnerthal. Die Wehrleute aus Neunkirchen-Innenstadt stellen über mehrere hundert Meter eine Schlauchverbindung zum Brandherd her. Mitten im Übungsgeschehen entsteht plötzlich Hektik: Eine weitere Einsatzstelle wird gemeldet. Ein Mitarbeiter der Firma, der mit seinem Fahrzeug das Gelände verlassen will, verursacht einen Unfall und wird in seinem Fahrzeug eingeklemmt.

Eine Aufgabe für die Einsatzkräfte aus Wiebelskirchen und Wellesweiler mit Rüstwagen. Sie müssen mit der Rettungsschere und einem Spreitzer den eingeklemmten und schwer verletzten Mann aus seiner Zwangslage befreien.

Ein schwieriges Unterfangen, denn der Pkw steckt unter einem Sattelaufleger. Auch der "Verletzte" macht es den Wehrleuten nicht sehr einfach. Er wurde extra für diese Übung mit realistischen Verletzungen geschminkt und genauestens instruiert. Das Deutsche Rote Kreuz sorgt mit mehreren Teams auch für die Versorgung der Übungsverletzten.

An der Übung waren insgesamt 150 Helfer von Feuerwehr, DRK und THW beteiligt. Nach gut einer Stunde waren alle Einsatzaufgaben zur Zufriedenheit der kritischen Zuschauer aus der Feuerwehrführung gelöst. ard