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Viele stehen auf Stühle vom BoxbergDrei Fragen an den Chef

Viele stehen auf Stühle vom BoxbergDrei Fragen an den Chef

Neunkirchen. Zwischen alle Stühle hat sich die Firma Viasit keinesfalls gesetzt, als sie 1991 nach Neunkirchen kam. In einer ehemaligen Papierfabrik in Wörschweiler war es den Firmengründern Werner Schmeer und Alfons Weber zu eng geworden und da kam das Gewerbegebiet an der ehemaligen Grube König passend. Im Boxbergweg ist das Unternehmen mittlerweile verwurzelt

Neunkirchen. Zwischen alle Stühle hat sich die Firma Viasit keinesfalls gesetzt, als sie 1991 nach Neunkirchen kam. In einer ehemaligen Papierfabrik in Wörschweiler war es den Firmengründern Werner Schmeer und Alfons Weber zu eng geworden und da kam das Gewerbegebiet an der ehemaligen Grube König passend. Im Boxbergweg ist das Unternehmen mittlerweile verwurzelt. "Wir fühlen uns hier pudelwohl", sagt Thomas Schmeer, der als Marketing- und Produktmanagement-Leiter die mittlerweile zweite Generation in der Firmenspitze vertritt. An einen Weggang aus dem Saarland sei nicht zu denken: "Die Lage hier ist eigentlich perfekt!" Auch die Nähe zur Grenze bekomme Viasit gut, zumal man derzeit gezielt den Absatz in Frankreich auszubauen versuche.Auch nach dem Aufstieg zum Marktführer im Saarland ist der Spezialist für Bürositzmöbel laut Thomas Schmeer ein Familienbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes geblieben: "Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Leuten und gehen fair miteinander um." Auch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sei kollegial.Die Viasit-Beschäftigten kommen aus dem ganzen Saarland, einige auch aus Rheinland-Pfalz. "Etliche sind von Anfang an dabei", weiß Thomas Schmeer. Von den derzeit 85 Mitarbeitern (davon 26 Frauen) arbeitet die Hälfte in Verwaltung und Vertrieb, die andere Hälfte in der Fertigung. In der Produktionshalle werden in Polsterei, Näherei, Montage und Lager täglich rund 600 Bürostühle versandfertig gemacht. Mehr als 200 verschiedene Bezugsstoffe stehen dabei den Kunden zur Auswahl - aus Wolle, Leder oder Mikrofaser.Mindestens genauso wichtig wie die maßgenaue Fertigung, betont der Marketingchef, sei die Produktentwicklung: "Man wächst am Markt nur mit guten und innovativen Produkten." Deshalb würden die Büromöbel-Reihen in Zusammenarbeit mit externen Designern entwickelt und der Markt bezüglich der Sitzwünsche in den Büros und Amtsstuben regelmäßig erforscht. Wobei sich immer mehr Angestellte namhafter Kunden auf Neunkircher Produkten niederlassen. So erhält die Bundesagentur für Arbeit bis 2012 rund 44000 Viasit-Stühle. Auch die Telekom und das bundesdeutsche sowie das niederländische Verteidigungsministerium gehören zu den Großabnehmern.Den größten Erfolg hat die saarländische Firma aber nach wie vor vor der eigenen Haustür. Nicht nur die Abgeordneten im Saarbrücker Landtag sind Viasit-"unterfüttert", auch Universität und Uniklinik, Villeroy&Boch, Peugeot Deutschland und ZF setzen auf Stühle aus Neunkirchen.Angesichts des positiven Trends sieht man sich im Boxbergweg bestens gerüstet für einen wichtigen Termin: Am 21. Oktober beginnt in Köln die "orgatec", die Leitmesse der Branche. Viasit wird dort mit einem 400 Quadratmeter großen Stand vertreten sein. Ist für Sie als Saarländer das Saarland der ideale Standort für Ihre Firma?Schmeer: Ich bin sehr froh, dass wir hier ansässig sind. Das Saarland bietet einige Vorteile, etwa gut ausgebildete Arbeitskräfte.Was fällt Ihnen spontan auf die Frage ein: Wo kann man die Neunkircher Infrastruktur noch verbessern?Schmeer: Ein brennendes Problem ist noch die Hotel-Ausstattung. Ansonsten ist Neunkirchen gut ausgestattet, beispielsweise was die Verkehrsinfrastruktur betrifft.Eine kleine Prognose oder auch Vision: Wie sehen Sie Ihren Betrieb im Jahr 2030?Schmeer: Ich hoffe auf eine sehr positive Entwicklung, damit wir als hoffentlich europaweiter Sitzmöbel-Anbieter Jobs in Neunkirchen sichern und ausbauen können.

Auf einen BlickDie Firma Viasit Bürositzmöbel GmbH wurde vor 28 Jahren von Werner Schmeer und Alfons Weber gegründet, die auch heute noch Geschäftsführer sind. In den letzten Jahren wuchs das Unternehmen kontinuierlich. Im Geschäftsjahr 2007/2008 wurde gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 31 Prozent auf knapp 22 Millionen Euro verzeichnet. Auch im laufenden Geschäftsjahr liegt der Auftragseingang nach Angaben von Viasit um etwa 30 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Bis Ende 2006 war die niederländische Samas-Gruppe mit 51 Prozent an Viasit beteiligt, diese Anteile wurden zurückgekauft.Der Export wird konsequent ausgebaut: 40 Prozent der Produktion gehen ins Ausland, vor allem in die Benelux-Länder, nach Österreich und nach Frankreich. Auch in Großbritannien, Dänemark und mittlerweile in Spanien werden Viasit-Stühle vertrieben, in Australien in Lizenz gefertigt. gth