Viel Herzblut in der Stimme

Es ist noch gar nicht lange her, da gastierte „Der Kaffeehäusler“ alias Berthold Hemmen im Schloss Buseck in Bubach-Calmesweiler. Am vergangenen Freitag war er wieder in der Region. Dieses Mal hatte er Verstärkung mitgebracht.

Mit seinen frechen, teils bissigen, aber immer auch befreiend fröhlichen Liedern von Reinhard Mey oder Bodo Wartke zieht der Musiker aus Leidenschaft seine treuen Fans an - in der Gemeinde Eppelborn war er am vergangenen Freitagabend in der Alten Kirche Wiesbach zum zweiten Mal zu Gast. "Ich hoffe, wir dürfen wiederkommen", sagte er und heimste dafür vom begeisterten Publikum viel Beifall ein.

War er im Festsaal in Buseck noch allein unterwegs, so hatte er am Freitag zwei junge Ausnahmetalente mitgebracht. "Es ist ein Glück, dass wir uns begegnet sind, ich hätte sonst wohl nie Musik von Rihanna oder Christina Aguilera gespielt", verrät er in einer kleinen Pause. Philipp Allar und Samantha Hubertus, beide 20 Jahre jung, sind dem versierten Musiker quasi in die Hände gefallen.

"Zuerst in Phil bei mir im Rahmen der offenen Bühne aufgetaucht, dann kam Sammy dazu", erzählt er über seine beiden musikalischen Adoptivkinder. Beide Sänger haben in verschiedenen Bands schon zahlreiche Erfahrungen gesammelt, sind auch bei "Kaffeehäusler und Freunde" gerne dabei. Doch mit dem Trio "Herzblut" haben die drei Musiker ihrer gemeinsamen Liebe einen Namen gegeben.

Und so erscheint es auch, wenn die beiden jungen Sänger und der gestandene Berthold Hemmen zusammen auf der Bühne stehen. Während er in die Tasten greift, bleibt immer Raum für einen bewundernden Blick zu den beiden glasklaren und zugleich kraftvollen Stimmen. Und wenn Sammy in ihren gefühlvollen Balladenmomenten inne hält, schaut sie bewundernd zu Hemmen, der mit ebenso viel Gefühl am Keyboard sitzt. Dass sich, wie Hemmen anmerkt, Jung und Alt hier musikalisch bereichern, braucht er nicht auszuführen, spielen sie neben Rihanna und Revolverheld, Annett Louisan und Phil Collins doch auch Stücke, die geschrieben wurden, bevor die beiden jungen Musiker geboren wurden.

Einzig die Akustik machte am Freitag dem Trio ein wenig zu schaffen, zunächst befürchtete Hemmen, den Hall nicht in den Griff zu bekommen. Doch mit jedem Konzertbesucher, am Ende knapp 50 an der Zahl, wurde die Kulisse besser, die Entscheidung, auf jegliche Verstärker zu verzichten, erwies sich als äußerst klug.

Auch wenn es bei den Ansagen in den hinteren Reihen einige Verständnisprobleme gab - die Musik und der Gesang kamen bestens beim begeisterten Publikum an.

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