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Unn de Decker Fritz hadd sei Amtskett nimmeh gefunn

Unn de Decker Fritz hadd sei Amtskett nimmeh gefunn

Neunkirchen. Auf dem Weg zum NKA-Ordens- und Prinzenempfang verlief sich die Blies an diesem hochwasserträchtigen Freitagabend in den Katakomben der KEW. Den Weg ins Kasino fand sie nicht. Daher ließ sie ihren Ärger an der im Aufbau befindlichen NKA-Dekoration für das Bürgerhaus und den Prinzenwagen aus

Neunkirchen. Auf dem Weg zum NKA-Ordens- und Prinzenempfang verlief sich die Blies an diesem hochwasserträchtigen Freitagabend in den Katakomben der KEW. Den Weg ins Kasino fand sie nicht. Daher ließ sie ihren Ärger an der im Aufbau befindlichen NKA-Dekoration für das Bürgerhaus und den Prinzenwagen aus. Sie wurde, wie auch in den der KEW benachbarten Häusern, mit Pumpen aus den Kellern vertrieben.Das alles aber störte die große Neunkircher Narrengemeinschaft im KEW-Kasino nicht. Mit dem NKA-Empfang setzte sie ein erstes, vielversprechendes Zeichen für die neue Session. Wenn sie das hält, was die temperamentvollen Reime Ihrer Tollitäten, Prinz Ralf I. und Severine I., versprachen, dann wird es eine gute Session. Vor allem die geradezu literarischen Wortspielereien des NKA-Präsidenten Karl Albert lassen hoffen. Beispiel: Als es an die Vergabe des NKA-Sessionsordens ging, sprach Prinz Ralf I., man solle nun die Orden "verleihen". "Wie verleihen?", fragte Karl Albert. "Seid wann werden denn die Orden nur verliehen?" Und meinte dann trocken: "Ach so, verliehen!" Das war schon fast literarischer Karneval.

Danach aber feierte der gesamte närrische Hofstaat nach altem Brauch die verdienstvollen, zu ehrenden Ehrenamtlichen. Mit dem zweithöchsten Orden deutschen Narrentums, dem BDK-Orden in Gold wurden Heidi Eiden (Funken und NKA) und Manfred Omlor (KUV und NKA) ausgezeichnet. Die Ehrung nahm der Landesvorsitzende des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine (VSK), Horst Wagner aus Saarbrücken, vor. Die Präsidenten der Gesellschaften, Plätsch, Funken, Daaler, Eulenspiegel, KUV und KKW hielten daraufhin die Laudationes (die Lobreden) auf ihre verdienstvollen Mitarbeiter, die den NKA-Eulenorden an Silberner Kette und den Sessionsorden 2011 erhielten.

Vor all diesem Ordenssegen hatte das Protokoll die Erstverleihung des NKA-Sessionsordens 2011 an die ehrenvollen Herren Senatoren gesetzt. Das Protokoll wurde, wie seit über 40 Jahren, von Heiner "Urmel" Harry überwacht. Den Orden entwarf Yves Perrin, einst Cheffahrer im Rathaus, in wenigen Tagen aber Rentner. Unter den Senatoren fielen Ex-Oberbürgermeister Friedrich Decker und KEW-Chef und Gastgeber Werner Spaniol auf: Sie trugen ihre Amtsketten nicht, was einer strafbaren Handlung gleichkommt. Deckers Ausrede: "Ich hann die Amtskett nimmeh gefunn."

Nach der Verleihung des neuen Ordens an die Senatoren, unter ihnen der dienstälteste Senator, Bankdirektor a. D. Rudolf Didas, und den großen Auszeichnungen, kamen die vielen Ehrengäste in den Genuss des neuen NKA-Ordens 2011, verliehen durch den spitzzüngigen NKA-Präsidenten Karl Albert. Zwischen den Ehrungen sorgte Kurt Scherer mit seinen sportlichen Schunklern für Leben in der Bude. gm

AUF EINEN BLICK

Eulenorden: Elke Rothaar (Daaler), Katrin Braun, Eric Fries (Eulenspiegel), Nicolas Schneider und Dieter Fritz (KKW), Helga Decker, Karin Weiß und Alexandra Karr-Meng (KUV), Dirk Bauer, Christian Kaiser (Plätsch), Birgit Histel und Gertrud Wier (Rote Funken). Dazu kamen Heidi Eiden und Manfred Omlor mit dem BDK-Orden in Gold. Senator Volker Groß sollte den NKA-Ehrenteller für zwei Mal elf Jahre als Senator erhalten. Er fehlte entschuldigt. Neue NKA-Senatoren wurden in diesem Jahr nicht gekürt. gm