Und immer "Mir bin wie mir sinn" auf den LippenHans-Walter Lorang: Mir bin wie mir sinn

Bosen. Mit dem Prädikat "Mundarttext des Monats" hat die Bosener Gruppe im Juli 2008 den Liedtext "Mir bin wie mir sinn" des Moselfranken Hans-Walter Lorang ausgezeichnet. Darauf hat sich die Gruppe bei ihrem letzten Treffen verständigt. Das teilte die Sprecherin der Gruppe, die Schriftstellerin Karin Klee, mit

 Hans-Walter Lorang. Foto: SZ

Hans-Walter Lorang. Foto: SZ

Bosen. Mit dem Prädikat "Mundarttext des Monats" hat die Bosener Gruppe im Juli 2008 den Liedtext "Mir bin wie mir sinn" des Moselfranken Hans-Walter Lorang ausgezeichnet. Darauf hat sich die Gruppe bei ihrem letzten Treffen verständigt. Das teilte die Sprecherin der Gruppe, die Schriftstellerin Karin Klee, mit. Die Autorin Hildegard Driesch sagt über "Mir bin wie mir sinn": "Dieses Lied stammt aus der Feder eines der herausragenden saarländischen Mundartautoren und -liedermacher Hans-Walter Lorang." Er habe, musikalisch unterstützt von Richard Bauer, mehrfach an Fernsehsendungen - unter anderem "Kein schöner Land" und "Fahr mal hin" - teilgenommen und mehrere LPs, CDs und Bücher veröffentlicht. Driesch: "So ist es nicht verwunderlich, dass die Auszeichnung für den Text des Monats so ganz nebenbei auch eine Gratulation zu seinem 25-jährigen Bühnenjubiläum darstellt." Hans-Walter Lorang hat seine ersten Lebensjahre in Berus verbracht, dort wo er auch heute wieder wohnt, nahe der lothringischen Grenze. Er schreibt und singt in seiner moselfränkischen Beruser Muttersprache, also wie ihm der "Schnawwel gewahs" ist, und kann dadurch ältereren Mundartausdrücken dazu verhelfen, dass sie eine Überlebenschance haben, vielleicht sogar erhalten bleiben. Laut Driesch ist "Mir bin wie mir sinn" ein "früher Lorang" aus dem Jahr 1992. In dem Liedtext spiegele sich "die außergewöhnliche Beobachtungsgabe des Autors". Hans-Walter Lorang entlarfe "mit scharfem, aber wohlmeindendem Blick die Eigenheiten", die Marotten, die "Tuppen" seiner Mitmenschen. Er beschreibe sie mit Leichtigkeit, fasst seine Worte in Reime, "und schon tauchen sie alle auf, die personifizierten Schwachstellen menschlicher Natur: den Guurijen, den Langsamen, den Iwwagänga, den Lienad, den Praddela. Driesch: "Der Leser beziehungsweise Hörer hat das Gefühl, wenigstens einen dieser Mitmenschen mit all dessen Merkwürdigkeiten zu erkennen. Oder findet am Ende in der einen oder anderen hier beschriebenen Gestalt sich selbst wieder."In ihrem Bosnener Manifest hat sich die Bosener Gruppe - eine Art Arbeitsgemeinschaft für rhein- und moselfränkische Mundart - zum Ziel gesetzt, die Mundarten der Region in ihrer herausragenden Wertigkeit und Schönheit darzustellen. Zusätzlich soll die Dialektsprache als Möglichkeit einer anspruchsvollen literarischen Gestaltungsform präsentiert werden. Preiswürdige Texte werden auf Vorschlag der Mitglieder der Bosener Gruppe ausgewählt und juriert. Einziges Entscheidungsmerkmal ist die literarische Qualität eines Textes. Zur Bosener Gruppe gehören unter anderem Johannes Kühn, Heinrich Kraus, Relinde Niederländer, Gisela Bell, Helga Schneider, Peter Eckert, Georg Fox, Bruno Hain, Ute Zimmermann, Jo Nousse, Thomas Liebscher, Günter Hussong, Manfred Pohlmann, Wolfgang Ohler und Marcel Adam. redDa Guschdav is so guurischDer macht net vill daherDer lout Da glatt eh Deich vasichtDe Séißschmeer von da SchmierDa Klääs der kommt net vorranMei Gott wat is der lahmDem kannschd em Gehn de Socken stoppenAwwa trotzdem kommda aanEt is net ääna wie der annaJeda aanaschd Gott sei DankUnn jeda hat sei TuppenMir lachen ous driwwa krankMir bin wie mir sinUnn wie mir bin so sin mir Mir bin wie mir binHalt wie ma sinDa Iwwagänga IldefonsToujours perré aus em HausOowends do geht der nie inUnn morjens kommda net rausLa Leo der lient wie gedrucktWat der beet dat is geloohDoch manch Leit ginn halt gäär betupptDie Dirmeln macht der frohEt is net ääna . . .Da Pitt is dat en PraddelaSchwaduddelt Da wat voarWääß alles - awwa bessaUnn a männt a wär noch kloar.Ma saat der lo is domm geboarHat neicht dabei gelehrtMa kinnt den Spruch glatt glääwenWemma manch Leit schwätzen heertEt es net ääna . . .

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