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Um Corona geht es im Wochenrückblick von SZ-Redakteurin Melanie Mai

Corona - so schnell kann’s gehen : Inzidenzen und Bauchgefühl

Mal ehrlich, wer hat vor einem Jahr gewusst, was es mit dem Begriff Inzidenz auf sich hat? Und wer es gewusst hat, der hat das Wort wahrscheinlich nicht besonders oft genutzt.

Nun aber bestimmt dieser Wert unser Leben. Corona hat ihn in unseren Alltag gebracht. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht jeder von uns wenigstens einmal von dieser Zahl geredet hat.

Am Donnerstag ist es mir ganz besonders bewusst geworden, wie auch unsere ganz persönliche Gefühlslage mit der Inzidenz zusammenhängt. Am späten Nachmittag rief mich meine Mutter an. Sie klang besorgt. Erzählte mir, dass besagte Inzidenz in Kirn, nur ein paar Kilometer von ihrem Wohnort entfernt, nun auf über 500 gestiegen ist. 500, diese Zahl hat auch mich erschreckt. Regelrecht geschockt. Zumal sie nicht irgendwo in einer weit entfernten Großstadt aufgetreten ist, sondern in einem kleinen Städtchen ganz in unserer Nähe.

Ein paar Stunden später an diesem Donnerstag überraschte mich eine andere Zahl. Eine, die ich in Sachen Inzidenz schon lange nicht mehr gehört hatte. In der Sitzung des Nohfeldener Gemeinderates am Abend in Sötern erzählte Bürgermeister Andreas Veit, dass der Wert in der Gemeinde am vergangenen Samstag tatsächlich bei Null gelegen habe. Niemand hatte sich in den jüngsten sieben Tagen infiziert. Was für eine gute Nachricht, die auch in mir ein positives Bauchgefühl auslöste. Die Veit dann gleich wieder relativierte: Am Dienstag lag die Inzidenz dann bei zehn, am Donnerstag bei 60. In einer Woche von Null auf 60. So schnell kann es gehen. Und so dicht liegen gute und schlechte Schwingungen im eigenen Körper beieinander. Da müssen wir alle uns wohl etwas mehr Gelassenheit antrainieren. Was nicht heißt, dass wir gegen Regeln verstoßen.