Türkismühle in Bildern

Vergangenheit und Gegenwart von Türkismühle: Das lag bei einer Ausstellung des Heimatvereins ganz dicht beieinander. Stellwände mit Aufnahmen von der Kirmes und alten Firmengeländen zeigten die Entwicklung des Dorfes

Ein Straßenzug von anno dazumal in Türkismühle . Ein Haus, wo mittlerweile keines mehr steht. Der Verlauf der Nahe vom Zickzack-Kurs bis zur Begradigung: Fotos halten die Geschichte eines Ortes fest, machen das Vergangene nochmal lebendig. Der Türkismühler Heimatverein hat 200 Aufnahmen für die Ausstellung "Türkismühle in Bildern" zusammengestellt und im Foyer der Gemeinschaftsschule präsentiert.

"Wir haben bewusst auf Untertexte und Erklärungen bei den Bildern verzichtet. Die Besucher sollen beim Rundgang miteinander ins Gespräch kommen", erklärte Volker Roth, der Vorsitzende des Heimatvereins. Beim Betrachten der Fotos fällt auf, damals wie heute ist das Türkismühler Ortsbild durch den Bahnhof geprägt. "Dadurch haben sich viele Betriebe ansiedeln können", berichtete der stellvertretende Vorsitzende Rolf Auriga.

Mehrere Stellwände widmete der Heimatverein den einstigen Unternehmen im Dorf. Die Wommer-Werke waren vor knapp 100 Jahren ein Spezialist für den Bau von Kübelwaschmaschinen. Dort, wo einst in der Spedition Richard Bradtke Güter umgeschlagen wurden, kann man jetzt das Rezept beim Apotheker abgeben. Auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei werden nun Küchen gefertigt. "In den 1920er Jahren gingen viele Geschäfte wegen der Inflation pleite", ergänzte Auriga.

Erst kürzlich ist das Haus Großard (altes Postamt) abgerissen worden. "Dort wird an der Kreuzung ein neuer Verkehrskreisel gebaut", sagte der Heimatforscher.

Und in den zahlreichen Hotels und Gasthäusern im Dorf war was los. Im Roths-Saal sorgte die Band der Timmer-Buben für Stimmung, ein Türkismühler-Original war der "Baltes Franz". 14 junge Männer strahlen, sie hatten die Musterung hinter sich und zogen in den Zweiten Weltkrieg. "Leider sind nur zwei von ihnen wieder heimgekommen", bedauerte Auriga. Der Kirmesumzug hat die Menschen früher scharenweise angelockt, wie eine Fotostrecke beweist.

"Die Geschichte von Türkismühle ist schon sehr gut aufgearbeitet", meinte Besucher Theo Schäfer aus Theley. Das funktioniere nur, so Roth, wenn die Leute im Verein sich mit der Ortsgeschichte identifizieren. Für langjährige Vorstandsarbeit zeichnete er Horst Porschen, Judika Porschen, Petra Bernardon und Hannelore Trocha aus. Zusätzlich zur Ausstellung stellten die Schüler der Gemeinschaftsschule ihren Workshop "Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden" vor.

Erhältlich bei Schreibwaren Bernardon in der Saarbrückerstraße 47, ist nun das neue Türkismühler Heft Nummer 3 "Türkismühle während der Weltkriege". Auf fast 100 Seiten ist festgehalten, was aus Archiven und Zeitzeugen-Interviews gesammelt wurde.