1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Türkismühle Friedländer-Preis für Stolperstein-AG der GMS Nohfelden-Türkismühle

Preiswürdig : Schüler gewinnen Margot-Friedländer-Preis

Die Teilnehmer der Stolperstein-AG der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle sind zur Preisverleihung in die Bundeshauptstadt gefahren.

Seit 2011 erinnert die Stolperstein-Arbeitsgemeinschaft (AG) der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle an das einstige jüdische Leben in der Gemeinde Nohfelden. Eine Schülergruppe stellte eine Wanderausstellung mit Filmen und Unterrichtsmaterialien  zusammen. „Den Schülern war es ein Anliegen, die Ausstellung möglichst barrierefrei zu gestalten“, erklärte Projektleiter Jörg Friedrich. Die Inhalte wurden digital aufbereitet und auf einer eigenen Homepage präsentiert sowie mit weiterführenden Informationen in Text und Bild versehen. Zusätzlich gibt es eine Audiospur, die auch Menschen mit Sehbehinderungen Zugang zur Ausstellung ermöglichen soll.

Noch vor den Sommerferien hat sich die Stolperstein-AG  zur Preisverleihung nach Berlin aufgemacht, wo der Margot-Friedländer-Preis an Schüler aus Hessen und dem Saarland übergeben wurde. Beim bundesweiten Wettbewerb belegte die Türkismühler Schule Platz eins und durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 3600 Euro freuen. Der Margot-Friedländer-Preis setzt sich zusammen mit seiner Initiatorin, der aus Berlin stammenden Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, für gelebte Vielfalt in Europa ein. Mit dem Preis der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa werden seit 2014 Jugendliche und Auszubildende dazu aufgerufen, sich mit dem Holocaust, seiner Überlieferung und Zeugenschaft in interaktiven Projekten auseinanderzusetzen und sich gegen heutige Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen. Der Margot-Friedländer-Preis vergibt Preisgelder, die die Umsetzung der von Jugendlichen entwickelten Projektideen zwischen Januar und Juli eines Jahres ermöglichen sollen.

Die Stolperstein-AG wird mit dem  Preisgeld ihr Projekt „Wege der Erinnerung“ realisieren können. Gut ein Jahr arbeitet die AG bereits an einer Beschilderung der jüdischen Relikte in den Dörfern Bosen, Gonnesweiler und Sötern in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nohfelden. Die Einweihung des Erinnerungsweges ist für Freitag,  23. August, geplant.

Die Türkismühler Schüler mit Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer. Foto: Jörg Friedrich

Zurück zur Preisverleihung. Margot Friedländer ist Zeitzeugin des Holocaust und besucht regelmäßig Schulen in ganz Deutschland, um über ihr Leben zu berichten und junge Menschen zu Zivilcourage zu ermutigen. Auf die Frage, warum es diesen Preis gibt, so Projektleiter Friedrich, antwortete sie: „Wofür ist dieser Preis? Er ist nicht für einen sportlichen Erfolg oder einen guten Aufsatz, den Ihr geschrieben habt. Er ist vielmehr eine Anerkennung für etwas unendlich Wichtiges, für euer menschliches Engagement. Sagt Eure Meinung! Seid wachsam! Seid Menschen!“. Insgesamt für drei Tage weilte die Arbeitsgemeinschaft auf Einladung in der Bundeshauptstadt Berlin. „Für uns eine ganz tolle Sache, darüber haben sich die Schüler sehr gefreut“, teilte Friedrich mit. Die Feierstunde fand im Max-Liebermann-Haus direkt neben dem Brandenburger Tor statt.