Trialog der Kulturen ermöglicht Austausch

Trialog der Kulturen ermöglicht Austausch

Auf den Spuren jüdischen Lebens wandelten Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle in Spanien und Polen. In Krakau wurde unter anderem die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besichtigt.

Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühe begaben sich auf Spurensuche jüdischen und muslimischen Lebens in Spanien und Polen. Die Fahrt wurde anlässlich des Schulenwettbewerbs "Trialog der Kulturen" der Herbert Quandt-Stiftung und des Bundesministeriums für Bildung um Forschung, bei dem es um eine bessere Verständigung zwischen Christen, Juden und Muslimen geht, organisiert.

Für eine Gruppe von zehn Schülern aus Oberstufenkursen des Fachs Spanisch ging es unter der Leitung von Carmen Gerecht nach Andalusien. Ziel der Fahrt war es, Belege des Zusammenlebens der Christen, Juden und Mauren aus vergangenen Tagen im Süden Spaniens zu finden. Immerhin hatten die Mauren zwischen 711 und 1492 weite Teile der iberischen Halbinsel besetzt.

Ein Muss bei dieser Exkursion war ein Ausflug in die Provinzstadt Granada, die einstige Bastion der Mauren . Nach einer kurzen Besichtigung der Stadt mit seiner Kathedrale, der reich verzierten Königskapelle und dem auch heute noch islamisch geprägten Maurenviertel, dem Albaicín, stand der Besuch der Alhambra an. Es ist bis heute das größte Bauwerk aus dieser Zeit und besteht aus einer Palastanlage mit zahlreichen Bauten, Gärten und Brunnen. Hauptattraktion sind die Paläste der einstigen Herrscher, den Nasriden, mit arabesken Wand- und Deckenverzierungen. Ein weiterer Ausflug führte nach Córdoba mit seinen verwinkelten Gassen und der sogenannten "Mezquita". Ursprünglich war dieses Gebäude eine Kirche, auf deren Grundmauern die Araber eine prächtige Moschee mit einem Säulenwald aus fast 1000 Säulen errichteten. Nach der Rückeroberung Spaniens durch die katholischen Könige wurde sie wieder in eine Kathedrale umfunktioniert. In direkter Nachbarschaft der Kathedrale befindet sich das Judenviertel mit einer der letzten erhaltenen Synagogen , die von der Gruppe besichtigt wurde. Córdoba war auch Heimatstadt von Maimonides, der zu den bedeutendsten jüdischen Gelehrten aller Zeiten zählt.

Während einer vier-tägigen Exkursion nach Polen begab sich eine weitere Schülergruppe unter der Leitung von Sebastian Rytzmann und Anette Fischer auf Spurensuche jüdischen Lebens in Polen. Sie besuchten die Kulturstadt Krakau . Der Stadtteil Kazimierz, das jüdische Viertel der Stadt, das in Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" bekannt wurde, beherbergt sieben Synagogen , von denen drei aus der Renaissance stammen. Die Schüler besuchten unter anderem die Alte Synagoge in der "ul. Szeroka 24", in der sich heute ein Museum für jüdische Geschichte und Kultur befindet. Dort konnten die Jugendlichen einen Einblick in das jüdische Leben Krakaus erhalten. 1930 lebten ungefähr 70 000 Juden in der Gemeinde, heute umfasst die jüdische Gemeinde etwa 1000 Mitglieder.

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz wurde auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Tief bewegt erfuhren die Schüler , wozu Hass, Intoleranz und Gewalt führen können. Die Schülergruppe war sich nach dem Besuch der Gedenkstätte darüber einig, dass sie ihre Erlebnisse in Form einer Fotodokumentation aufarbeiten wollen, um diese intensiven Eindrücke der ganzen Schulgemeinschaft vermitteln und um gleichzeitig der Holocaustopfer dauerhaft an der Schule gedenken zu können, aber auch gegen das Vergessen zu arbeiten. Die Gedenktafel in einem der Blöcke im Stammlager Auschwitz, die sinngemäß aus dem Polnischen übersetzt, bedeutet, dass alle, die sich an die Historie nicht erinnern, dazu verdammt sind, diese erneut zu erleben, hat sich allen tief eingeprägt.

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