Tödliche Attacke nach Streit um 1000 Euro

Tödliche Attacke nach Streit um 1000 Euro

Im November 2013 wurden in Merzig zwei Brüder Opfer eines Messerangriffs. Nur einer überlebte den Anschlag. Möglicherweise war der Grund für die Attacke ein fataler Irrtum.

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts muss sich derzeit ein 42 Jahre alter Mann aus Merzig wegen Totschlags und versuchten Totschlags verantworten. Der Angeklagte soll am 13. November 2013 gegen 20.30 Uhr vor einem Dönerlokal in Merzig zwei Brüder mit einem Ausbeinmesser angegriffen haben. Einer verstarb noch in der Tatnacht. Der Überlebende machte gestern seine Zeugenaussage.

Die Brüder betrieben eine Baufirma, der mutmaßliche Täter war bei ihnen angestellt. Es gab Streit um 1000 Euro Lohnzahlung, möglicherweise durch einen fatalen Irrtum. Der Angestellte war krankgeschrieben, aber er schickte das Attest des Arztes zu den beiden Brüdern, sondern ans Arbeitsamt. Daher überwies ihm der mit der Buchhaltung beauftragte Steuerberater keinen Lohn.

Es habe Streit und Todesdrohungen gegeben, berichtete der überlebende Bruder. "Jetzt seid ihr dran, alle beide", soll der Angeklagte gedroht haben. In einem Döner-Imbiss soll der Streit eskaliert sein. Nach dem Verlassen des Lokals wurde zunächst der Mann angegriffen, der später starb. Zwei Männer hielten den Bruder fest, der überlebte. Er riss sich los, wollte seinem Bruder helfen und erlitt einen Stich mit dem Messer. Der Angreifer sei geflüchtet. Doch er stellte sich der Polizei. Einen Tag später kam er in Untersuchungshaft. Der Zeuge berichtete, dass die gemeinsame Firma durch den Tod des Bruders eingegangen sei. Der Überlebende des Überfalls hat keine bleibenden körperlichen Schäden davongetragen. Jedoch habe er wegen der seelischen Belastungen erst vor einem Monat wieder eine Arbeit aufnehmen können. Bis dahin habe er von Unterstützung durch Angehörige gelebt. Der Prozess wird fortgesetzt.