Theaterfreunde Eiweiler präsentierten vier Mal „Pretty Belinda“ vor ausverkauftem Haus.

Theater in Eiweiler : Gefühlschaos statt erholsame Ablenkung

In „Pretty Belinda“ geht es ein Wellness-Trip mächtig schief. Theaterfreunde Eiweiler präsentierten das Stück vier Mal.

Was da auf der Bühne im Dorfgemeinschaftshaus in Eiweiler vor ausverkauftem Haus bei allen vier Vorstellungen mit jeweils 170 Plätzen geboten wurde, das konnte sich sehen lassen. In der Boulevardkomödie in drei Akten „Pretty Belinda“ von Bernd Spehling haben die Darsteller der Theaterfreunde unter der Regie von Petra Backes alles gegeben und dafür jede Menge Applaus bekommen.

Die Geschichte sei kurz erzählt: Nach der gescheiterten Ehe von Belinda haben ihre überkandidelten Freundinnen sie zu einem Verwöhnwochenende in einem Wellness-Hotel überredet. Nur damit sie einmal auf andere Gedanken kommt. Aber kaum angekommen, kommt schon der große Schock. Belindas Ex-Mann ist ausgerechnet in diesem Hotel Manager. Und so nehmen die turbulenten Verwicklungen – Flirten mit dem Fitnesstrainer, Techtelmechtel des Ex mit der Hoteldame und  schrullige und skurrile Eigenarten der Freundinnen – ihren Lauf.

Der Moment der Wahrheit: Belinda entdeckt im Hotelprospekt den Namen ihres Exgatten als Hotelmanager. Das war wirklich das Letzte, das sie gebrauchen konnte. Entsprechend groß war das – herrlich gespielte – Entsetzen. Foto: Ralf Mohr

Nach den großen Ferien im Sommer begannen die ersten Lesetreffen. Und dann haben sich die Proben bis zur Aufführung kontinuierlich gesteigert, wie der Moderator der Theaterabende, Raimund Finkler, erklärte. Hatten die Akteure zuvor noch in der örtlichen Gasstätte gespielt, so ist man seit 2006 im Dorfgemeinschaftshaus auf der Bühne in anderthalbjährlichem Rhythmus zu Hause, erzählte der Initialzünder der Theaterfreunde, Michael Backes. „Wir haben nicht so viele aktive Schauspieler, die in die jeweiligen Rollen schlüpfen können. Mit nur so zwischen zehn und zwölf Akteuren kann man nicht jedes Jahr auftreten, und so spielen wir einmal im Herbst und dann rund achtzehn Monate später im Frühjahr – und so immer im Wechsel.“ Drei Stunden inklusive Pause dauerte die Aufführung, und diese lebte in erster Linie von den grandiosen, komödiantischen Talenten der Schauspieler. Birgit Lauck als Maggy McDonald war an gespielter Naivität kaum zu übertreffen, und Michael Backes verkörperte die Rolle des offensichtlich homosexuellen Conrad Miller mit Bravour, um nur zwei der Protagonisten zu erwähnen. Das Ensemble stand denen aber unisono in nichts nach, und so waren die Theaterabende in Eiweiler für die insgesamt rund 680 Gäste sicherlich ein Erlebnis. Die strahlenden Gesichter und lachenden Augen der Gäste sprachen eine deutliche Sprache.