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Tanzen ist ihr gemeinsames Hobby

Tanzen ist ihr gemeinsames Hobby

„Wir haben das erste Mal zusammen getanzt, und es hat sofort gepasst“, erinnert sich Josef Kramer (72) an den Tag, als er seine Frau kennenlernte. „Das war am 11.

Mai 1962, um 20 Uhr auf dem Manöverball in Hofeld", erzählt der Rentner weiter. Ilona Kramer muss darüber schmunzeln und erklärt, dass ihr Mann immer und von jedem Ereignis das genaue Datum wisse.

Seit dem Ball sind die beiden unzertrennlich und haben nur ein Jahr später am 20. August geheiratet. Am 30. September fand dann auch die kirchliche Trauung statt, daran erinnert sich Ilona noch ganz genau: "Der Pastor hatte 20 Minuten Verspätung, er hat sich in der Zeit geirrt. Wir saßen dann vorm Altar und warteten." Bei dem Gedanken muss Josef lachen und fügt hinzu: "Ich hatte also eine lange Bedenkzeit."

Doch die Entscheidung Ilona zur Frau genommen zu haben, hat er nie bereut. In Hessen geboren, in Nordrhein-Westfahlen aufgewachsen und bei der Bundeswehr in Rheinland-Pfalz stationiert, hat er in Bosen schließlich ein dauerhaftes Zuhause gefunden. Josef machte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und arbeitete bei der Firma Diehl in Nonnweiler, Ilona kümmerte sich um den Haushalt und die zwei Kinder.

In ihrer Freizeit stand für das Ehepaar schon immer ein Hobby ganz oben auf dem Programm: Tanzen. Eine Leidenschaft, die beide teilen. 1986 gründete Ilona Kramer das Tanzensemble La Volte, das auch heute noch besteht. Die Gruppe führt verschiedene historische Tanzstile in zeitgenössischen Kostümen auf. Die Trachten näht die 72-Jährige selbst. "Mit der Tanzerei kommen wir durch die Welt", meint Ilona und berichtet von Auftritten in Kanada, Amerika, Polen, Tschechien und Brasilien.

Von 1987 bis 2005 hat sie gleich 13 Tanzgruppen pro Woche betreut und zahlreiche Tanzveranstaltungen organisiert. Darüber hinaus war sie jahrelang im Mütterverein und hilft in der Kirche. Für ihr Engagement erhielt sie 1989 das Bundesverdienstkreuz.

Josef Kramer war neben dem Tanzen erfolgreich im Sportkegeln. "Drei mal Gold und zwei mal Bronze bei den Deutschen Meisterschaften", berichtet er.

Für die Goldene Hochzeit hatte er sich ein ganz besonderes Geschenk einfallen lassen. Ein Schild mit der Aufschrift "Hahnekäths". "Meine Vorfahren leben schon seit Jahrhunderten in Bosen. Eine Katharina mit dem Spitznamen Käths hat auf einem Markt auf dem Peterberg immer Geflügel verkauft. Deshalb nannten die Dorfbewohner meine Familie immer Hahnekäths", erklärt Ilona die Bedeutung des Wortes.