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Straßenlaternen im Land sollen Energie sparen

Straßenlaternen im Land sollen Energie sparen

Die alte Straßenbeleuchtung hat 2015 EU-weit ausgedient. Auch die 52 Städte und Gemeinden im Saarland müssen ihre Laternen künftig auf energiesparende LEDs umrüsten. Das kostet erst einmal eine Menge Geld, soll sich später aber auszahlen.

In den nächsten Jahren kommt einiges an Arbeit auf die saarländischen Städte und Gemeinden zu, damit sie ihre Straßen und Plätze nachts auch weiterhin beleuchten zu können. Denn die Quecksilberlampen, die derzeit in den meisten Straßenlaternen eingesetzt werden, dürfen ab nächstem Jahr - wie auch die alte Glühbirne - in der EU nicht mehr verkauft werden. Sie verbrauchen zu viel Energie. Deshalb müssen sie durch neue, effizientere Lampen ersetzt werden.

38 der 52 Kommunen im Saarland beziehen den Strom für ihre Straßenlaternen vom Energieversorger Energis. Allein in diesen Kommunen sollen laut Energis 12 000 Leuchten ausgewechselt werden. Das kostet zusammen rund 10,5 Millionen Euro. Momentan hat Energis noch einige Vorräte an "alten" Leuchtmitteln. Lange Zeit sei das Problem in vielen Kommunen etwas vernachlässigt worden, heißt es bei Energis.

Die Ausgaben für die Umstellung müssen in den kommunalen Haushalten beschlossen werden, was einige Zeit dauern kann. Deshalb wird bereits daran gearbeitet, die Leuchten auszutauschen. Energis berät die Kommunen und bereitet alle Schritte vor, um die Zuschüsse von Bund und Land zu beantragen, wie Energis-Experte Jörg Klein erklärt.

Deutschlandweit könnten die Kommunen nach Berechnungen der Energieagentur Nordrhein-Westfalen 2,7 Milliarden Kilowattstunden sparen. Das entspricht etwa 400 Millionen Euro - knapp die Hälfte der bundesweiten Ausgaben für die Straßenbeleuchtung.

In Saarbrücken könnte die Umstellung trotzdem noch etwas dauern. Die Landeshauptstadt kümmert sich selbst um ihre Stadtbeleuchtung, 3000 Leuchten müssen dort ausgetauscht werden. Stadtsprecher Thomas Blug sagt, man plane derzeit, wie die Leuchten ausgetauscht werden sollen. Die aktuellen Vorräte würden allerdings noch für die nächsten acht Jahre ausreichen. Deshalb habe man keinen Zeitdruck - und man mache sich auch keinen. Saarbrücken warte lieber die technischen Entwicklungen der neuen LED-Leuchten ab, sagt Blug.

In der Stadt Neunkirchen erhofft man sich jedoch, dass sich die energieeffizientere Umstellung schon nach drei Jahren lohnen wird. Dort sind die Planungen deshalb schon deutlich weiter, allerdings müssen auch fast doppelt so viele Lampen wie in Saarbrücken ausgetauscht werden.

In vier Jahren soll die Umstellung in Neunkirchen abgeschlossen sein. Sie betrifft über 5000 Leuchten und wird 2,1 Millionen Euro kosten, wie Stadtsprecher Markus Müller mitteilt. Die ersten 1100 Leuchten sollen noch in diesem Jahr von Juni bis Oktober geliefert und installiert werden. Die Stadt hofft, den Energieverbrauch dadurch deutlich zu senken und jährlich 570 000 Euro einzusparen.

Die erste Umbaustufe in Neunkirchen wird demnach von Bund und dem Land mit mehr als 200 000 Euro gefördert. Auch die Umbauten in den kleineren Kommunen fördert das Land. Bis zu 25 Prozent der Kosten wurden übernommen, hieß es.

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HintergrundFür die Städte und Gemeinden im Saarland stellen die Energiekosten einen großen Ausgabenblock dar. Hinzu kommen Ausgaben für die Reparatur der Straßenlaternen. Viele verschuldete Kommunen, die an allen Ecken sparen müssen, sind daher dazu übergegangen, einen Teil der Lampen nachts abzuschalten. So hatte der Saarbrücker Stadtrat im vergangenen Jahr entschieden, die jährlichen Ausgaben für die Beleuchtung im Jahr um 600 000 Euro zu senken. Die Stadt gibt jährlich 4,8 Millionen Euro für die Beleuchtung aus. Davon entfallen 1,7 Millionen Euro auf die Stromkosten, 1,8 Millionen Euro auf die Reparatur und Überprüfung sowie 1,3 Millionen Euro auf Investitionen. red