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Stolpersteine veranlassen Schüler zur Spurensuche

Stolpersteine veranlassen Schüler zur Spurensuche

An fünf Standorten wurden in Lebach und Niedersaubach 13 Stolpersteine verlegt. Sie sollen an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Ein Film schilderte anschließend die Spurensuche. Die Schüler befragten eine Zeitzeugin und den Bruder eines Opfers.

Schüler und Lehrer des Geschwister-Scholl-Gymasiums Lebach und das Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel haben sich auf Spurensuche begeben. Ihr Ziel war es, das Schicksal von verfolgten und ermordeten Menschen aus Lebach und Umgebung während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erforschen. Unter anderem fuhren sie auch nach Hadamar. In dieser Anstalt wurden 1941 mehr als 10 000 Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen vergast und im Krematorium verbrannt.

Mit auf die Fahrt ging Rudolf Scherer aus Niedersaubach. Sein Bruder Josef gehörte auch zu den Opfern. Josef erkrankte mit vier Jahren an Hirnhautentzündung. Nach dem frühen Tod der Mutter überzeugte der Ortsgruppenleiter die Familie, den Jungen in eine Heil- und Pflegeanstalt zu bringen. In bewegenden Worten schilderte Bruder Rudolf in dem Film von dem Briefwechsel der Familie mit der Anstalt, davon, dass sie Josef zurückholen wollten.

Der Bruder erzählte

Auch wurden im Film die Unterlagen gezeigt, die noch im Archiv in Hadamar liegen. "Ich kann nun abschließen", merkte Scherer mit tränenerstickter Stimme an.

Für die Familie Stern wurden fünf Stolpersteine verlegt. An die Geschäftsfrau und spätere Kunstmalerin Emma Stern konnte sich Erna Herrmann aus Lebach noch gut erinnern. Die heute 90-Jährige kannte sie "als liebe und nette Frau". Ihr Schwager hätte sie einmal in Paris getroffen. Vor einem Jahr stieß sie durch Zufall auf dem Pariser Prominentenfriedhof auf ihr Grab.

35 000 Stolpersteine

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte an fünf Standorten 13 Stolpersteine. Mittlerweile hat er mehr als 35 000 Steine in ganz Europa verlegt. Sein Projekt Stolpersteine soll die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig halten.

Stolpersteine wurden verlegt für: Maria Baus, Josef Biesel, Nikolaus Brück, Josef Scherer, Alfred Oppenheimer, Amalie Oppenheimer, Heinz Oppenheimer, Margot Oppenheimer, Emma Stern, Johanna Stern, Kurt Stern, Paul Stern, Ruth Stern-Salzmann.