Stimmung trotz Donnergrollen

Bosen. Vom Himmel grummelt Donner, als ob dort oben jemand schlechte Laune hat. Es tröpfelt aus tief hängenden Regenwolken. Viele Besucher des Seefestes, das am vergangenen Wochenende am Bostalsee gefeiert wurde, haben sich mit Regenschirmen "bewaffnet". Auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht mitspielte und viele zu Hause blieben, Spaß war dennoch angesagt

 Geduldig ertrug diese Kleine die ersten Schminkversuche auf ihren zarten Wangen. Fotos: atb

Geduldig ertrug diese Kleine die ersten Schminkversuche auf ihren zarten Wangen. Fotos: atb

 Die Blechblosen brachten mit Stimmungsmusik das Publikum im Festzelt in Schwundg

Die Blechblosen brachten mit Stimmungsmusik das Publikum im Festzelt in Schwundg

Bosen. Vom Himmel grummelt Donner, als ob dort oben jemand schlechte Laune hat. Es tröpfelt aus tief hängenden Regenwolken. Viele Besucher des Seefestes, das am vergangenen Wochenende am Bostalsee gefeiert wurde, haben sich mit Regenschirmen "bewaffnet". Auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht mitspielte und viele zu Hause blieben, Spaß war dennoch angesagt. "Herzlich willkommen" stand auf dem roten, aufblasbaren Plastiktor, das den Weg zum Festplatz überspannte. Der Pfad war gesäumt von Buden. Es roch verführerisch nach Waffeln und Süßigkeiten. Doch viele Gäste konnten die Verkäufer am frühen Samstagabend an den Ständen nicht begrüßen. Für einen Moment vergaß man die dunklen Wolken, die am Himmel klebten, denn Reggae-Musik wummerte aus den Boxen einer mobilen Cocktailbar über den Platz. Dort gab es Mixgetränke wie Cuba Libre, Caipirinha oder Tokio Hotel für 4,50 Euro. Nebenan hüpften Kinder auf Bungee-Trampolinen und hatten sichtlich Freude. Auf rund fünf Meter sprangen die Kids und konnten so einem Modell der Comic-Figur Spiderman, das im Gestänge der Bungee-Trampoline hockte, in die Augen schauen. Wie ein Magnet zog die Stimmungsmusik an, die aus dem Festzelt nach draußen schallte. Drinnen spielte die bayerische Band "Die Blechblos n". Mit ihrer Mischung aus Party- und Rockmusik sowie Showelementen rissen sie das Publikum mit. "Zwischen fünf- und sechshundert Leute werden es wohl sein", schätzte Hans-Josef Scholl, der das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises St. Wendel leitet. 800 Gäste hätten im Zelt Platz gefunden. "Wir haben mit dem Wetter Pech gehabt", bedauerte Scholl. Am späten Samstagnachmittag, frühen Abend sei eine Gewitterfront über das St. Wendeler Land gezogen. "Genau in dem Moment, wenn sich die Leute entscheiden, ob sie ausgehen oder nicht." Wenige Meter weiter schunkelte St. Wendels Landrat Udo Recktenwald zum Lied "In München steht ein Hofbräuhaus". "Das Wetter ist nicht optimal", sagte Recktenwald. "Aber die Leute sind in Stimmung." Es sei insgesamt ein schwieriges Jahr für den Bostalsee. Anders als in den Vorjahren fand das Seefest 2008 wegen der Sanierung des Staudammes ausschließlich auf der Bosener Seite statt. "Es war richtig, in diesem Jahr ein Seefest zu veranstalten", sagte Recktenwald. Schließlich gehe es auch um die ortsansässigen Vereine, die mit Ständen ihre Kassen aufbessern könnten. Der KSC Bosen verkaufte beispielsweise Schwenkbraten und Rostwürste. Im nächsten Jahr werde das Seefest wieder an mehreren Standorten rund um den See gefeiert werden, so Landrat Recktenwald. Neben der Open-Air-Bühne am Strandbad standen die Fahrzeuge der Ballonteams. Das Gewitter sorgte am Samstag leider dafür, dass die Ballons nicht starten konnten. Mit "All That" spielte am Strandbad eine exzellente Band, die mehr Zuhörer verdient gehabt hätte. Während sie ihre Schmusesongs sangen, verstummte am Himmel das Donnergrummeln.

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