„Spitzensport vom Feinsten“

Zum dritten Mal nach 2001 und 2008 ermitteln Europas beste Mountainbiker ihre Meister in St. Wendel. Auf dem traditionsreichen Rundkurs mit Start und Ziel im Stadion, werden Hochkaräter wie die mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger Sabine Spitz, Julien Absalon oder José Hermida um die Medaillen kämpfen.

Seit gestern läuft sie, die Mountainbike-Europameisterschaft in St. Wendel. Um 16 Uhr fiel der Startschuss zur Sprint-Ausscheidung, der ersten von insgesamt acht Entscheidungen der Titelkämpfe.

Kurz bevor es losging, hatten sich schon einige Mannschaften auf den Straßen rund um das St. Wendeler Sportzentrum warm gefahren. Doch insgesamt hielt sich das EM-Fieber in der Stadt gestern noch in Grenzen. Ein paar Schlachtenbummler, vor allem Schweden, Schweizer und Belgier, waren da, doch insgesamt verloren sich zum Auftakt nur wenige Zuschauer im Stadion - aber das wird sich in den nächsten Tagen sicherlich ändern. "Wir sind sicher, in St. Wendel Spitzensport vom Feinsten präsentieren zu können", sieht Bürgermeister Klaus Bouillon den Titelkämpfen voller Vorfreude entgegen. Und nicht nur er.

570 Starter aus 28 Ländern

570 Athletinnen und Athleten aus 28 Nationen haben insgesamt gemeldet und werden bis Sonntag in den einzelnen Disziplinen an den Start gehen. Die meisten Sportler kommen aus der Schweiz, der Bund Deutscher Radfahrer ist mit 40 Startern vertreten.

Der Top-Favorit im Cross- Country-Rennen der Herren ist aber Julien Absalon, der am vergangenen Wochenende in Albstadt seinen 29. Weltcup-Sieg feierte und in Top-Form ist. "Die will ich in St. Wendel nutzen. Ich hoffe auf eine weitere EM-Medaille", sagt der Franzose.

Doch auch die deutschen Fahrer wollen vorne mitmischen. "Wir haben in allen Kategorien Medaillenchancen", ist Bundestrainer Peter Schaupp zuversichtlich. Die beiden deutschen Top-Fahrer, Moritz Milatz, Europameister von 2012, und Manuel Fumic sind zumindest Medaillen-Kandidaten. Beide konnten in diesem Frühjahr schon Top-Platzierungen belegen und freuen sich auf das Heimspiel in St. Wendel.

Ambitionen auf den Titel hat vor allem aber Sabine Spitz, die Ausnahme-Athletin im deutschen Mountainbike-Sport. "In St. Wendel habe ich meine erste internationale Medaille gewonnen," sagt Spitz, die 2001 im Sportzentrum Silber holte und insgesamt acht EM-Medaillen gewann. Darunter auch die Goldmedaille 2008 - wieder im Sportzentrum. "Nach St. Wendel kehre ich immer gern zurück", sagt sie.

Die Olympiasiegerin von Peking ist gestern angereist und wird sich voll auf das Cross-Country-Rennen am Sonntag konzentrieren. Ihre schärfsten Konkurrentinnen sind die siebenfache Europa- und fünffache Weltmeisterin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa aus Norwegen und die Französin Pauline Prevot-Ferrand, die jüngst in Albstadt siegte.

Auf einen Start im Sprint-Ausscheidungsrennen gestern hatte Sabine Spitz verzichtet, obwohl sie in dieser Disziplin deutsche Meisterin ist. Dafür aber wird sie im Elite-Rennen am Sonntag Gas geben. Vor dann auch wohl großer Kulisse. siehe auch

 Für Sabine Spitz ist St. Wendel ein guter Boden: 2001 holt sie Silber, 2008 sogar Gold. Foto: B&K
Für Sabine Spitz ist St. Wendel ein guter Boden: 2001 holt sie Silber, 2008 sogar Gold. Foto: B&K Foto: B&K

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Auf einen BlickDer Zeitplan für die Europameisterschaft: Freitag, 6. Juni: 15 Uhr Staffelrennen. Samstag, 7. Juni: 9 Uhr: Rennen der Juniorinnen, 11.30 Uhr: Rennen der Junioren, 14 Uhr: Rennen der Frauen U23. 17 Uhr: Rennen der Männer U23 (Siegerehrungen nach jedem Rennen). Sonntag, 8. Juni: 10.30 Uhr: Rennen der Elite Frauen, 13.30 Uhr: Rennjen der Elite Männer (Siegerehrung nach jedem Rennen).Die Strecke führt über einen 7,34 Kilometer langen Rundkurs mit 270 Höhenmetern, der aus dem Stadion in ein höher gelegenes Waldgelände und zurück führt. Die Zuschauer haben einen guten Blick auf die Strecke, können die Geschehnisse aber auch auf einer Videowand verfolgen. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.bene