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Sötener Theatertage begeistern Publikum mit "Hausmann Undercocer"

Sötener Theatertage : Wenn der Geheimagent zum Hausmann wird

Bei den Söterner Theatertagen begeisterte das Stück „Hausmann Undercover“ das Publikum mit Spannung und Humor.

Einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend mit vielen Lachern und tollen Spezialeffekten präsentierten die Akteure des Söterner Theatervereins in zwei Aufführungen anlässlich der Söterner Theatertage dem Publikum. Sie spielten die Kriminalkomödie „Hausmann Undercover“ von Jörg Bettermann in der Mehrzweckhalle. Einmal mehr bewies der Verein dabei seine Liebe zu Details. Neben einem perfekt gestalteten Bühnenbild gab es auch wieder einen aufwendig produzierten Vorfilm zu dem Stück zu sehen. Spezialeffekte rundeten das Geschehen auf der Bühne geräuschvoll und immer wieder überraschend ab. So wurden Flaschen auf Köpfen zertrümmert und sogar scharf geschossen. Zum Glück traf es dabei keine Personen auf der Bühne und auch nicht im Publikum, aber ein Bilderrahmen sowie ein Blumenvase gingen zu Bruch und die Küchenlampe fiel mit lautem Knall von der Decke, als die schusseligen Akteure gleich zweimal ihre Waffe fallen ließen oder niesen mussten und sich dabei vermeintlich ein Schuss löste. Die Zuschauer bedankten sich mit vielen Lachern und langem Applaus für das Dargebotene.

In dem Stück nahmen die Akteure die Zuschauer mit auf eine Zeitreise zurück in die 1950er-Jahre ins beschauliche US-Städtchen Sötern City. Dort lebt der ehemalige Secret-Service-Agent Spencer Spoon, gespielt von Konrad Kochems, unter neuem Decknamen Harry Hills ein beschauliches Leben mit seiner vorlauten Tochter Beverly (Elaine Kochems) und der treusorgenden und vermeintlich unwissenden Frau Samantha (Marina Kochems). Doch schon bald wird Spencer von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt und er bekommt es mit seinen alten Weggefährten und Widersachern zu tun. Denn vor Jahren hatte Spencer mit dem berüchtigten spanischen Ganoven Carlos Maria da Silva, der von Björn Alt verkörpert wurde, bei einem Überfall gemeinsame Sache gemacht und dabei Geld erbeutet.

Entgegen aller Absprachen schaffte er das Geld heimlich für sich auf die Seite und hinterging so seinen Arbeitgeber und auch den Ganoven da Silva. Nachdem da Silva dank der naiven und stark lispelnden Bewährungshelferin Cynthia, die von Lisa Lill gespielt wurde, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, macht er sich auf den Weg zu Spencer, um Rache zu nehmen. Dort erwartet ihn neben seinem Widersacher auch der robuste CIA-Agent Mike Monroe (Maximilian Lukoschek) und der eigentlich als Maurer engagierte Steven Stevens, den Jens Georgi darstellte.

Die rührige Esoterikerin Ashley (Ulrike Rosenau) und Beverlys Freundin Rosie (Amy Sigg) machen das Chaos schließlich perfekt, und Spencer hat alle Hände voll zu tun, das Geld und sein Leben zu retten. Doch am Ende hilft alles nichts und das Geld ist futsch, denn die clevere Beverly und der schüchterne Maurer Steven haben die Beute gefunden und sich nach Brasilien abgesetzt. Da Silva wird verhaftet und geht in den Knast. Aus Spencer wird ein einfacher Hausmann mit Kittelschürze, denn von nun an hat ihn seine Frau fest im Griff.

Der schusselige Agent Mike Monroe (rechts) lässt die Waffe fallen und es löst sich ein Schuss, der die Blumenvase zertrümmert. Foto: Christian Barth
Ein Gruppenbild mit allen Akteuren, die bei der Kriminalkomödie  „Hausmann Undercover“ mitgewirkt haben. Foto: Christian Barth

In diesem Jahr führte zum ersten Mal Lisa Lill Regie, die das Amt von Marina Kochems übernommen hatte. Kochems indes stand nach vielen Jahren als Spielleiterin nun zum ersten Mal selbst auf der Bühne, sodass auch die Rollenverteilung perfekt passte. Denn die Familie Hill im Stück wurde kurzerhand von der echten Familie Kochems verkörpert. „Da hat es sich angeboten, dass ich auch die Ehefrau spiele. Außerdem habe ich es mir schon lange gewünscht, einmal selbst mitzuspielen“, verrät sie. Und das hat sich offenbar bewährt: Alle Rollen passten perfekt zu den Darstellern und wurden überzeugend und detailverliebt gespielt, lautet das Fazit vieler Besucher nach der Aufführung.