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So war's beim Seefest am Bostalsee

Seefest am Bostalsee : Bühnen, Bälle und eine Braut am Bostalsee

Beim 19. Seefest feierten die Besucher bei Musik, Comedy und gutem Essen – obwohl der Sommer eine Pause eingelegt hatte.

Nix ist es mit den prognostizierten Gewittern gewesen. Stattdessen gibt es Partystimmung vor den drei Bühnen beim 19. Seefest am Bostalsee. Allerdings  muss der veranstaltende Landkreis St. Wendel bei der Planung der Sause am Binnengewässer wohl vor Optimismus nur so gestrotzt haben. Selbst bei bedeutenden Open-Air-Festivals ist es schwierig, Musikfans an einem Samstag um 16.30 Uhr an den Ort des Geschehens zu kriegen. Beim Seefest sammeln so die Formationen Trio poèts musicales, Day 5 und Sabrina Boncourt dementsprechend Bühnenerfahrung vor wenig bis gar keinem Publikum.

Damit haben die Künstler an der Seepromenade kein Problem. Bekanntlich ist der Fußball in Argentinien im Chaos versunken, auch weil Mencho Sosa den grünen Rasen gegen einen Kleinkunst-Platz getauscht hat. Der Fußball-Akrobat, nach eigenen Angaben einst Jugendkicker beim aktuellen Copa-Libertadores-Gewinner River Plate Buenos Aires, jongliert gleich mehrere Kugeln in seiner Show. Pantomime, Musikjingles und jede Menge spontaner Blödsinn bestimmen den Auftritt des italienischen Clowns Agro. In einer Höhe von drei Metern turnt der Australier Jack Flash rum, macht auf dem Ministühlchen einen Handstand und hantiert mit Messern.

Mit dem Gastspiel der niedersächsischen Band Marquess füllt sich die Festwiese und spanischsprachige Popsongs schallen über das Gelände. „Arriva“, stimmt Sänger Sascha Pierro an und die Illingerin Jana feiert vor der Bühne mit den Freundinnen Abschied vom Junggesellinnen-Dasein. Die Musiker machen dazu Stimmung und verführen zum Tanzen. Gitarrist Rico veredelt das Latino-Werk „Verano, Verano“ mit einem irren, rockigen Solo.

Szenenwechsel und Sprung an die Surferbasis nach Gonnesweiler. Für die Unterhaltung ist die Formation Al Dente engagiert worden, Vereine stillen Hunger und Durst der Besucher. Drei Zentner Rohmaterial hat der Männergesangverein (MGV) Gonnesweiler/Steinberg-Deckenhardt für die Flatschniggel-Zubereitung auf Lager. Und nach Jahren der Abstinenz brutzelt der Sportclub (SC) Bostalsee Bosen beim Seefest wieder Schnitzel in der großen Pfanne. „Die ist aus Omas Küche“, verkündet Schwenkmeister Jörg Kraushaar. Früher war der SC mit der Schnitzelpfanne auf der dorfnahen Festwiese präsent, nun kooperiert er wie auf dem Platz mit dem Fußballverein (FV) Gonnesweiler. Leckere Cocktails mixt die Tanzgruppe Les Filous in einer Weinbude. Gegen 21.30 Uhr ist das Gelände mit feierlustigen Menschen gut gefüllt. Pech für sie. Fette Wolken verbauen ihnen den von der Surferbasis aus sonst so genialen Blick auf den Sonnenuntergang. Auch jüngere  Leute pilgern über den Seerundweg, für sie ist es schwer im Programmheft was Passendes zu finden. Delta Rock, die Band am Staudamm, greift tief in die Kiste. Der Song „Hold the line“ von der kanadischen Gruppe Toto ist noch ein Jahr älter als der Bostalsee. Die Feuerwehr, Sportverein und die Dance Girls sind mit der Bewirtung der Gäste beschäftigt.

Mencha Sosa  jonglierte mit Bällen an der Promenade. Foto: B&K/Bonenberger/

Als die Formation Delta Rock sich ein Päuschen verdient hat, da startet De Corazóne auf der gegenüberliegenden Seeseite ihre Show. Im Mittelpunkt der saarländischen Band steht die Musik von Carlos Santana, der durch die Musikrichtung Latinrock die Rockmusik um eine Variante erweitert hat. Es erklingen Welthits wie „Jingo“, Samba Pa Ti“ oder „Evil Ways“ und zwischendrin tanzt das perfekt aufeinander eingespielte Tanzpaar, Ronaldo Analdo und Angelina Greco, bei den besinnlichen Titeln. Am Sonntag sind die Brasilianer in der Bosener Mühle zu Gast. Aus São Vendelino ist die Folkloretanzgruppe Grupo de Dancas Folclóricas Alemas und das brasilianische Blasorchester aus Feliz aufgetreten. Wie gewohnt ist dann nach dem Musikfeuerwerk Schluss.