So war es beim Mittelaltermark in Nohfelden.

Mittelaltermarkt in Nohfelden : Von Handwerkern, Händlern und Hobbyrittern

Der Mittelaltermarkt lockte am vergangenen Wochenende Besucher aus nah und fern nach Nohfelden.

Menschen in Leinengewändern, bewaffnet mit Schwertern und Schildern, ließen es erahnen: das mittelalterliche Leben hatte wieder Einzug gehalten am Fuße der Burg in Nohfelden. Wie Mitorganisator Christian Rupp berichtete, versammelten sich dort 60 Händler und Handwerker sowie 40 Lagergruppen zu dieser mittlerweile schon alteingesessenen Veranstaltung. Bereits zum 23. Mal hatte diese am Wochenende stattgefunden. „Bei der Auswahl der Teilnehmer achten wir auf ein breit gefächertes Angebot mittelalterlicher Produkte, auch Essen und Getränke dürfen nicht zu kurz kommen“, erklärte Rupp. Er kommt aus St. Ingbert, ist seit Jahren in der Szene aktiv und stellt selbst Glasperlen aus verschiedenen Epochen und Wikingerschmuck her. Darüber hinaus fanden die Gäste auf dem Markt Balsamessig und Metbier, Ledertaschen und Räucherwerk, verschiedenste Schmuckkreationen, edle Stoffe, Gewänder und handgesiedete Seifen. Bettina Sagenschneider, eine gelernte Kostümbildnerin, präsentierte Tuche, Gewandungen und Borten. „Ich habe meine Hobby zum Beruf gemacht, denn so kann ich mich nicht nur mit Kostümen, sondern auch mit Geschichte beschäftigen und ganz individuelle Bekleidung anfertigen“, sagte sie.

An Christina Grünefelds Stand konnten die Besucher Wolle und Tücher erstehen. Sie sei über den Besuch von Mittelaltermärkten zum Spinnen gekommen und stelle jetzt von der Faser bis zum fertigen Tuch alles in Handarbeit her, berichtete sie. Weiterhin erzählte sie: „Ich interessiere mich für alte Schafsrassen und traditionelle Handwerkstechniken und bemühe mich, den Spagat zwischen historischem Erbe und moderner Kleidung hinzukriegen.“ Zum ersten Mal in Nohfelden vertreten war Karl-Heinz Welling aus dem Allgäu. Er hat von österreichischen Bäuerinnen die Tradition erlernt, Räucherwerk zu mischen und gab auch gleich eine Kostprobe seines Könnens. Der Markt rund um die Burg Nohfelden entlockte ihm ein Lob: „Der Markt hier ist sehr schön, nicht zu groß, aber mit interessiertem Publikum und hervorragender Organisation.“

Der elfjährige Manuel aus Mainz, der die Veranstaltung mit seiner Familie besuchte, durfte eine Wippendrechselbank ausprobieren, was ihm sichtlich Spaß machte. Standbetreiber Rainer Gehring konnte Manuels Interesse nachvollziehen: „Die Wippendrechselbank fand historisch bereits im 13. Jahrhundert Erwähnung und dennoch kann man sie noch heute zur Herstellung von Möbeln, Schüsseln, Tellern oder Kerzenständern verwenden.“ Lucy aus Becherbach, zehn Jahre alt, versuchte ihr Glück beim Bogenschießen, wobei sie von Monika Köhler sorgfältig eingewiesen und begleitet wurde. Köhler sagte, sie betreibe ihren Stand zusammen mit ihrem Mann und begeistere mit dieser historischen Sportart sowohl Erwachsene als auch Kinder.

Die Besucher konnten sich auch an den Darbietungen von Gauklern erfreuen. So gab Narrenkai eine Vorführung, die Jung und Alt zum Lachen brachte und das Duo Jomamakü zeigte, was alles mit einem oder mehreren Diabolos möglich ist.

Karl-Heinz Welling aus dem Allgäu beim Räuchern. Foto: Jennifer Fell
Stephanie Lindey aus Gimbweiler (links) und Kirsten Bender aus Völklingen wollen nächstes Jahr wieder beim Markt in Nohfelden dabei sein. Foto: Jennifer Fell

Vor einem Stand tauschten die beiden Freundinnen Kirsten Bender und Stephanie Lindey Neuigkeiten aus. Lindey sagte, sie komme ursprünglich aus Washington State in den Vereinigten Staaten und sei geschichtlich sehr interessiert. Bender, die aus Völklingen ins nördliche Saarland kam, ergänzte: „Der Markt ist klein und gemütlich, ich treffe viele Leute, die ich kenne, und die Stimmung ist großartig.“ Beide wollen auch im nächsten Jahr wiederkommen – in mittelalterlicher Gewandung.

Mehr von Saarbrücker Zeitung