So lief die Wahl in der Gemeinde Nohfelden

Wahl in Nohfelden : CDU und SPD feiern jeweils das Wahlergebnis

Bürgermeister Andreas Veit zieht ein positives Fazit. Sein Kontrahent Christian Barth (SPD) kann mit der Niederlage gut leben.

Rundum zufrieden – das sind die beiden großen Fraktionen im Nohfelder Gemeinderat am Montag nach der Wahl. Sogar der unterlegene Bürgermeister-Anwärter Christian Barth von der SPD, der 32,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, zeigt sich gelassen und gut gelaunt. „Gegen einen Amtsinhaber anzutreten ist schwer, das war allen klar“, sagt Barth. Ein Sieg wäre eine Überraschung gewesen.  Dennoch sieht er seine Ziele und die der Partei als erreicht an. „Ich wollte in meinem Heimatort die Mehrheit haben, das ist gelungen“, so Barth weiter.  In Sötern holte er 54,6 Prozent der Stimmen – der einzige Ortsteil, in dem Barth vorne lag. Auch auf Ortsratsebene sieht es dort gut aus für die SPD: Sieben der neun Sitze fallen an die Sozialdemokraten. Sötern ist aber nicht der einzige Grund, warum die SPD zufrieden ist. Barth freut sich auch über das „ordentliche Gesamtergebnis“.  Alle Ortvorsteher hätten ihre Mehrheit verteidigt. Und, für ihn ebenfalls wichtig: „Die CDU hat keine absolute Mehrheit im Rat.“

Mit 47,4 Prozent hat die CDU die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Das bedauert auch Bürgermeister Andreas Veit. „Dieses Ziel haben wir seit Jahren, es hat aber leider nicht geklappt.“ Dennoch habe die CDU ihr Ergebnis noch ein wenig ausgebaut, gegenüber der Wahl zuvor nochmal 1,4 Prozentpunkte zugelegt. „Damit sind wir sehr zufrieden.“  Keine absolute Mehrheit, das bedeute aber auch, dass alle Fraktionen, wie er es vom Nohfelder Rat gewohnt sei, eng zusammenarbeiten müssten, um „gemeinsame Lösungen zum Wohle der Gemeinde zu finden“. Das sei umso mehr notwendig, da der Rat nun bunter werde: Sechs statt bisher vier Parteien werden vertreten sein – neben CDU und SPD auch UBNN (4,8 Prozent), Freie Liste Nohfelden (4,5), Bündnis 90/Die Grünen (4,1) und die Linke (4,0).  Das fällt umso schwerer ins Gewicht, da der Rat künftig nur noch 27 statt bisher 33 Sitze hat. Die unter 10 000 schwankende Einwohnerzahl zum Stichtag ist daran schuld (wir berichteten).

Einen Blumenstrauß gibt es von Sabine Jung, der Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Gonnesweiler, für Christian Barth. Foto: B&K/Bonenberger/

Die CDU hat ihre Sitze-Anzahl halten können, nämlich 13. Nach Angaben Veits, gelte das auch, rechne man die auf die unterschiedliche Gesamt-Sitze-Anzahl um. Demnach verliere die SPD einen Sitz (hat noch zehn), genau wie die UBNN, die nun nur noch ein Ratsmitglied stellt.  Die Linke bleibt bei einem Sitz, was Heike Kugler, die wieder in den Rat einzieht, sehr zufrieden macht – „angesichts der schwierigeren Lage mit  mehr Parteien und einem kleineren Rat“.  Nachdem es vor fünf Jahren nicht geklappt hat, sind nun auch die Grünen in den Rat eingezogen, genau wie die erstmals angetretene Freie Liste Nohfelden; beide sind jeweils mit einem Mitglied im Rat vertreten. Somit hatten alle angetretenen Parteien etwas zu feiern. Die Neulinge sind in den Rat eingezogen, die Etablierten werten ihre Ergebnisse als gut. Und so war erwartungsgemäß die Nacht für alle Beteiligten recht kurz. Veit kam gegen 1.30 Uhr ins Bett, Barth nach 2 Uhr.

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