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So lief die Hexennacht am Bostalsee

Hexennacht : Mai mit Müll und grobem Unfug begrüßt

Von wegen Wonnemonat! Nicht alle, die auf Maitour waren, hatten Frühlingsgefühle. Einige hielten die Ordnungshüter ganz schön auf Trab.

Tausende Maiwanderer waren am Mittwoch auf Tour zum Bostalsee. Ein Teil der Jugendlichen hat dabei vorsätzlich gravierende Spuren zum Nachteil der Natur hinterlassen. Im Bereich der Elsenberger Mühle sah es am Nachmittag aus wie auf einer Müllkippe. „Wahnsinn“, sagte Hubertus Kuhn, vom Nohfelder Ordnungsamt beim Anblick der achtlos weggeschmissenen Gegenstände. Dabei war die Gemeinde auf Maitouren vorbereitet und stellte reichlich Container auf. Darin wurden die Gegenstände jedoch nur bis zum Mittag entsorgt. Mit steigendem Alkoholpegel landeten die Dosen und Flaschen auf dem Feldweg, der Wiese oder in den Büschen. Gleich drei Pfandsammler waren am Tag der Arbeit auf dem Weg von Türkismühle und Gonnesweiler fleißig, um ihren Geldbeutel aufzufüllen. Am Nachmittag hatte durch die vorbeiziehenden Gruppen am Rand der Türkismühler Straße Auf dem Ebert die Vermüllung beträchtlich zugenommen, beobachtete das Ordnungsamt. Die gleiche Sauerei wurde der SZ am Mittwochabend nach Redaktionsschluss von der Strecke über den Peterberg nach Bosen gemeldet. Hier drollten Einweggrills neben Einwegbechern, leeren Zigarettenschachteln und zu allem Übel waren einige Stellen noch mit Glasscherben übersät.

Eine merkwürdige Auffassung von Streiche spielen zeigten Unbekannte, als sie an der Elsenberger Mühle und in der Gonnesweiler Nahetalstraße Gullydeckel herausgehoben haben und danach abgehauen sind. Zwei Anzeigen wegen Körperverletzung, so berichtete Hans-Jürgen Kugel, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Nordsaar, seien nach einer Rangelei am Bostalsee aufgenommen worden. Zu einer großen Schlägerei wurde die Polizei noch gegen 22 Uhr an den See gerufen. „Als sie vor Ort waren, konnte nichts mehr festgestellt werden“, teilte Kugel mit. 20 Behandlungen standen auf der Einsatzliste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Fast alles wegen zu viel Alkohol. Ein Patient musste ins Krankenhaus abtransportiert werden. Ansonsten war es friedlich“, resümierte DRK-Einsatzleiter Axel Schwarz.

Dieser Maibaum wäre beinahe umgefallen. Foto: Frank Feid

 Eine schier unfassbare Tat vermeldete der Nonnweiler Gemeindewehrführer Frank Feid am Donnerstag. Der Maibaum am Feuerwehrgerätehaus in Bierfeld war zu dreiviertel angesägt und dann mit dem Schnitt so stehengelassen worden. „Den Maibaum umschneiden ist ja schon schlimm genug, aber das ist hochgradig kriminell“, betonte Feid. Direkt neben dem Maibaum befinden sich das Fahrzeug und die Stromleitung. „Am Morgen waren auch noch Kinder auf dem Platz“, sagte Feid. Er geht von einer Tatzeit gegen 5.30 Uhr am Donnerstagmorgen aus. Eine Anzeige sei erstattet.