So entsteht Ölfarbe

Das Projekt Rötel-Reich im Kunstzentrum Bosener Mühle ging kürzlich zu Ende (wir berichteten). Für Kunstschaffende gab es jetzt als Nachklang noch einen Workshop „Pigmentherstellung und -verwendung“.

Viele Künstler arbeiten täglich mit Aquarell-, Tempera-, Gouache- oder Ölfarben. Aber diese auch selbst herstellen? Wie aufwendig so etwas tatsächlich ist, erfuhren 20 Teilnehmer bei einem Workshop im Kunstzentrum Bosener Mühle (KBM) von einem Fachmann. Thomas Rickert, Produktionsleiter der Firma Kremer Pigmente aus Aichstetten, hatte dazu einen ganzen Lieferwagen voller Ausrüstung einschließlich Farben in Gläsern und Röhrchen mitgebracht. Allein schon das Schwelgen in den Hunderten von Farbtönen war für viele ein Erlebnis.

Rickert vermittelte die notwendige Theorie, dann ging es an die Demonstrationen. Er zeigte, wie man zu Hause in einem Topf durch Erhitzen Farbpigmente selbst verändern kann oder durch chemische Reaktionen Farbe erzeugt. Die Teilnehmer lernten, sich aus Farberde mit Hilfe von Reibschale und Sieb Pigmente selbst herzustellen. Mit diesen wurden dann später unter anderem Aquarell- und Ölfarben gemischt. Da die meisten der Teilnehmer selbst malen, gab es bei den einzelnen Arbeitsschritten auch viele Fragen. Wussten sie zu Beginn noch gar nichts mit Marmorplatte, Glasläufer, Spachtel und all den anderen unzähligen Utensilien anzufangen, fühlten sie sich am Ende schon fast wie Profis. Denn nach und nach setzten sich die einzelnen Arbeitsschritte zu einem Ganzen zusammen. Und als schließlich die selbst hergestellten Aquarellfarben in den schönsten Tönen zum Trocknen nebeneinander standen, kam schon ein gewisser Stolz bei den Teilnehmern auf.

Pigmente für die Herstellung von Ölfarbe.

Ein Höhepunkt bei der Herstellung der Ölfarbe war zum Schluss der Versuch, die Farbe in eine Tube zu füllen, die man dann noch verschließen musste. Mit viel Anstrengung und Gelächter bestanden aber alle auch diesen Test erfolgreich

Mehr von Saarbrücker Zeitung