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Sie trifft den Star-Geiger David Garrett

Sie trifft den Star-Geiger David Garrett

Für Anne-Sophie Schmidt aus Bosen-Eckelhausen ist an diesem Samstag ein besonderer Tag: Sie wird 16 Jahre. Für die junge Geigerin, die Fan von David Garrett ist, hatte die Saarbrücker Zeitung schon im Vorfeld eine Überraschung parat.

Er war immer ganz weit weg, bald ist er ganz nah. Luftlinie nur wenige hundert Meter von Anne-Sophie Schmidts Wohnhaus entfernt wird am Freitag, 26. Juni, Geigen-Virtuose David Garrett auftreten. Ihr absolutes Idol. Und das nicht des Aussehens wegen. "Er kombiniert klassische Musik mit Popsongs, das macht die Sache interessant", erzählt die 16-Jährige. Als sie hörte, dass Garrett auf seiner "Classic Revolution"-Tour auch an den Bostalsee kommt, fand sie das "total cool". Tickets mussten unbedingt her. Sie fanden sich dann unterm Weihnachtsbaum.

Ein tolles Geschenk. Aber es sollte noch besser kommen. Anne-Sophie war gerade erst vom Zahnarzt zurück, ihre Weisheitszähne mussten weichen. Da kam der Anruf aus der Lokalredaktion der Saarbrücker Zeitung mit einem Angebot: Anne-Sophie darf zum Treffen mit ihrem Star. Allerdings sei die Zeit in Bosen sehr knapp bemessen, war aus dem Garrett-Management zu hören. Aber: Anne-Sophie könne zum Konzert nach Iffezheim bei Baden-Baden ein paar Tage vorher kommen - und sich mit dem Geiger unterhalten, ihm Fragen stellen, ein Foto machen. Alles, was man bei einem "Meet and Greet" eben so macht. Ihre Mutter Heike bat sich kurze Bedenkzeit aus. Das sind immerhin etwa 200 Kilometer eine Strecke.

Doch keine fünf Minuten später rief sie in der Redaktion an. "Natürlich machen wir das; das Treffen könnte auch in Portugal sein; diesen Wunsch können wir unserer Tochter nicht abschlagen." Ihre Tochter beschreibt ihre Reaktion so: "Ich bin fast ausgerastet." Aber wegen der noch anhaltenden Narkose habe sie nicht lachen können.

Dabei hatte sie schon einmal die Möglichkeit, David Garrett live zu erleben; vor ein paar Jahren in Saarbrücken. Anne-Sophie wollte damals nicht. "Ich war zehn Jahre alt; das war noch nichts für mich." Aber Geige hat sie zu diesem Zeitpunkt schon gespielt. Ihre Liebe zur Musik hat mit der musikalischen Früherziehung mit drei Jahren bei der Kreismusikschule begonnen. Nach der Flöte suchte sie sich als Folgeinstrument die Geige aus. Bei Freunden habe sie die Geige gesehen und war so fasziniert, dass sie auch irgendwann einmal dieses Instrument spielen wollte. Zunächst lieh sie sich eine kleine Geige bei der Musikschule aus, später bekam sie eine eigene.

Auch um diese rankt sich eine schöne Geschichte: Die Geige ist etwa 100 Jahre alt und lagerte auf dem Speicher eines Bekannten. Dieser schenkte sie der jungen Geigerin. Das Instrument ließen die Schmidts in Saarbrücken restaurieren. Jetzt ist es für Anne-Sophie etwas ganz Besonderes.
Und auch noch Judo

Sie übt so, wie es ihr Spaß macht und wie sie Zeit findet. Schließlich besucht sie die zehnte Klasse des Gymnasiums in Birkenfeld und macht, wie der Rest der Familie, Judo . "Ich habe mein Kind nie gezwungen zum Üben, mir ist wichtiger, dass sie dabei bleibt, als dass sie eine Geigen-Virtuosin wird", sagt ihre Mutter. Manchmal übe sie stundenlang und wolle gar nicht mehr aufhören, an anderen Tagen bleiben nur zehn Minuten Zeit für die Musik. "Aber jeden Tag hab' ich die Geige in der Hand."

Derzeit spielt sie am liebsten "Air" von Bach. Anne-Sophie sieht sich selbst nicht als besonders talentiert. Sie werde auch nie das Geigenspielen zum Beruf machen. Da tendiert sie eher in Richtung Biologie oder Chemie. "Ich werde niemals so spielen können wie David Garrett", sagt sie. Das sei auch nicht schlimm. Aber vielleicht kann er ihr den einen oder anderen Tipp geben. Ende Juni in Iffezheim. Wenn er ihr ganz nah ist.

Karten für das Konzert am Bostalsee gibt es unter anderem im Pressezentrum der Saarbrücker Zeitung in Saarbrücken oder via Telefon (06 51) 9 94 11 88. Der Preis liegt zwischen 50,50 und 150,50 Euro.