Senioren-Zentrum Haus am See in Neunkirchen/Nahe erhält Deutsches Palliativsiegel

Als erste und einzige Pflegeeinrichtung im Saarland : Senioren-Zentrum Haus am See erhält Deutsches Palliativsiegel

Als erste und einzige Pflegeeinrichtung im Saarland darf das Caritas Senioren-Zentrum Haus am See in Neunkirchen/Nahe das Deutsche Palliativsiegel für eine hohe Versorgungsqualität von Schwerstkranken und Sterbenden tragen.

Das verkündet Silke Frank, Sprecherin der Einrichtung.  Im Saarbrücker Hospizgespräch stellte Einrichtungsleiterin Steffi Gebel gemeinsam mit dem Geschäftsführer des St. Jakobus Hospiz, Paul Herrlein, das Palliativsiegel in der konkreten Praxis vor. Dabei ging es darum aufzuzeigen, was dies für das Haus am See bedeutet und wie Bewohner, Mitarbeiter und alle Beteiligten davon profitieren.

„Ein Pflegeheim ist kein Hospiz“, mit diesem Satz veranschaulichte Steffi Gebel, mit welchen Herausforderungen viele Senioren- und Pflegeheime nahezu täglich konfrontiert sind. Denn Pflegeheime seien heute mehr denn je auch Orte, an denen Menschen versterben. Für die Zuhörer zeigte Paul Herrlein zunächst in einem Überblick auf, worum es bei dem Deutschen Palliativsiegel geht: Basierend auf empirischen Studien zwischen 2013 bis 2017 hat Professor Wolfgang George das Deutsche Palliativsiegel entwickelt. Ziel sei es, die Versorgungsqualität von Sterbenden und Schwerstkranken entlang gültiger Kriterien zu bewerten und diejenigen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auszuzeichnen, welche diese in einem guten beziehungsweise sehr guten Ausmaß erfüllen.

Gebel machte deutlich, dass es ein langer Prozess gewesen sei, dieses Siegel zu erhalten. Denn auch Menschen in Pflegeeinrichtungen sollten und müssten eine gute palliative Versorgung erhalten, um in Würde sterben zu können. Gebel plädierte dafür, Palliativ Care noch viel mehr als eine Haltung, die in den Einrichtungen gelebt wird, umzusetzen. Sie erläuterte, wie ihr Team kontinuierlich daran arbeitet, die Bewohner und ihre Angehörigen zu begleiten, ein Gefühl des Dazugehörens zu vermitteln, um so jedem Patienten ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Weiterbildung sei dabei ein zentraler Schlüssel für Veränderung: Die gute Ausbildung im Bereich Palliativ Care vermittele den Mitarbeitern ein kompetenteres Auftreten und schaffe eine qualitativ bessere Zusammenarbeit mit den Ärzten. Alle Beteiligten könnten so Betroffene und Angehörige einfühlsam unterstützen und begleiten. Sie ließen ihr Handeln von den körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Bewohner und ihrer Lieben leiten.

Anhand der gelebten Praxis habe Steffi Gebel klar gemacht, wie es möglich sein kann, Wünsche und Sorgen der Patienten in Bezug auf die Versorgung am Lebensende aufzugreifen und nach dem Grundsatz „Selbstbestimmt leben, in Würde sterben“ Palliative Care als Lebensbegleitung zu begreifen.

Die Referenten beendeten das Gespräch mit einem Zitat von Dr. Marina Kojer. Die Medizinerin gilt als eine der Säulen der Palliative Care-Entwicklung: „Haltung ist das Rückgrat der Palliative Care. Fehlt sie, dann fehlt das unverzichtbare ,Heilmittel Mensch’“.

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