See unter die Kufen genommen

Bosen. Samstagnachmittag, 16.15 Uhr. Am Bostalsee ist es knackig kalt. Wer noch nicht so recht weiß, wo die neue Eislaufbahn auf der Bosener Seite liegt, hat es einfach: Einfach in die Richtung gehen, aus der Bratwurstduft und Party-Musik kommen. An den Ständen der Wirtegemeinschaft Bostalsee trifft man bereits Leute mit Schlittschuhen in den Händen

Bosen. Samstagnachmittag, 16.15 Uhr. Am Bostalsee ist es knackig kalt. Wer noch nicht so recht weiß, wo die neue Eislaufbahn auf der Bosener Seite liegt, hat es einfach: Einfach in die Richtung gehen, aus der Bratwurstduft und Party-Musik kommen. An den Ständen der Wirtegemeinschaft Bostalsee trifft man bereits Leute mit Schlittschuhen in den Händen. Dann an der Anlegestelle des Solarbootes links abbiegen, und schon liegt die neue Eisbahn vor den Ankömmlingen. Rund 50 Kufenbegeisterte tummeln sich auf und neben dem gefrorenen Wasser. Insgesamt haben mehrere Hundert Schlittschuhläufer am Eröffnungswochenende ihre Runden auf der rund zwölf Zentimeter dicken Eisschicht gedreht. "Das ist eine gute Idee", sagt Winnie Altpeter aus Saarbrücken zur neuen Eisfläche. Er hat im Radio von der Eröffnung gehört und ist mit seiner Frau Tina sowie seinem 15 Monate alten Sohn Elias an den Bostalsee gekommen. Elias sitzt dick eingemummelt auf einem Schlitten, den seine Mutter hinter sich herzieht. "Solange die Luft hält" will die gebürtige Berlinerin mit ihrem Nachwuchs auf der Eisfläche unterwegs sein. Während Tina Altpeter mit Schlittschuhkufen über die gefrorene Oberfläche der rund 2500 Quadratmeter großen Asphaltwanne gleitet, rutscht ihr Mann Winnie auf Schuhsohlen nebenher. Noch schöner fände es der Saarbrücker, wenn auch der Bostalsee bereits vollständig zugefroren und begehbar wäre. "Es ist ein guter Ersatz, wenn man nicht auf den See kann", sagt Klaus Bilsdorfer aus Saarwellingen. Er hat mit seiner Frau Annette und Sohn Joel gerade eine Wanderung um den Bostalsee hinter sich. Schließlich ist der Rundweg auch wieder begehbar. "Es ist ganz toll, dass die Toiletten offen und geheizt sind", sagt Annette Bilsdorfer. Mit seinem neunjährigen Sohn Sören flitzt Michael Heinemann aus Birkenfeld über das Eis. "Ich bin das letzte Mal vor 20 Jahren Schlittschuh gefahren", sagt der gebürtige Oldenburger. In seiner ehemaligen Heimat gebe es mehr Möglichkeiten, den Kufensport zu betreiben. Wenn es die Witterung zulasse, wolle er in Zukunft öfters mit Sören zur Eislaufbahn am See kommen.Noch nicht alles fertig"Das ist mein erstes Mal", antwortet Jonas Hubig aus Heusweiler auf die Frage, wie oft er schon auf Kufen unterwegs gewesen sei. Der 21-Jährige trägt die Schlittschuhe seines Vaters. "Wir sind zu sechst am Bostalsee, haben aber nur drei Paar Schlittschuhe", sagt Elisa Hubig, die dreizehnjährige Schwester von Jonas. Sie findet Eislaufen "toll" und schlägt vor: "Es müsste einen Schlittschuhverleih geben." Robert Herrler von der Nohfelder Gemeindeverwaltung weist darauf hin, dass noch längst nicht alles fertig sei an der neuen See-Promenade. "Es muss langsam wachsen", sagt Herrler, der sich freut, dass sich Gastronomen am Bostalsee zu einer Wirtegemeinschaft zusammengeschlossen haben und an der Eisfläche Getränke sowie Gegrilltes anbieten. "Zufrieden" sind Alfred Weitkush und Elke Jung mit den Verkäufen an den jeweiligen Ständen. Bei den Getränken gehen Glühwein, warmer Kinderpunsch und Kakao mit und ohne Schuss am besten. Solange es klirrend kalt bleibt, sind die Stände am Wochenende ab zehn Uhr geöffnet, an Werktagen sollen die Verkäufe zwischen 14 und 15 Uhr beginnen. Wann die Buden am Abend geschlossen werden, hänge von den Besuchern ab, so Herrler. "Da sind wir flexibel." Schließlich können die Eisläufer auch in den Abendstunden ihre Runden drehen, weil Strahler aufgestellt worden sind und die neue Attraktion erleuchten.

Die neuen Eislauffläche am Bostalsee sorgte für Familienspaß.

Auf einen BlickDie Mitglieder der Wirtegemeinschaft Bostalsee im Überblick: Bostalhotel-Restaurant Merker, Seehotel Weingärtner - Victor's Hotel, Eis-Café Da Re (alle Bosen), Hotel Gierend, Haus Seerose (beide Gonnesweiler), Seeblick Baltes (Eckelhausen), Landhaus Mörsdorf (Neunkirchen/Nahe), Schreiners Restaurant, Bahnhofsgaststätte, Eiscafé Mary (alle Türkismühle) und der Römerhof. mic