Schüler werden zu Poetry Slammern

Türkismühle · Im Januar kam zur Freude der Schüler der versierte „Slammer“ Marc Heydrich an die Gemeinschaftsschule Türkismühle. In Workshops erklärte er, wie er zu der Kunstform kam.

 Die Schüler schrieben beim Workshop eigene Texte. Foto: Schule

Die Schüler schrieben beim Workshop eigene Texte. Foto: Schule

Foto: Schule

Vorneweg: "Ich bin kein Deutschlehrer ." Und: "Poetry Slam ist für mich übersetzt Poesie in die Fresse!" - Mit dieser Einleitung waren die Fronten geklärt und Marc Heydrich suchte einen ersten Kontakt zu den Schülern. Ursprünglich kommt Heydrich aus einer ganz fremden Richtung, er lernte nach der Schule Maler und Lackierer, bevor er sich zum Studium Freie Kunst/Mixed Media an der HBK Saar entschied und seinen persönlichen, erfolgreichen Weg zur Literaturperformance fand.

Heydrich, seit 2007 im Vorstand des saarländischen Schriftstellerverbandes und seit 2008 im Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar tätig, wusste viel zu berichten. Um zu erfahren, was Poetry Slam wirklich bedeute, müsse man erst mal einen echten Poetry-Slam-Wettbewerb besuchen, denn die Veranstaltungen lebten von der Atmosphäre vor Ort. Man müsse es aushalten, bei den Slams (Wettkämpfen) nicht zu wissen, wann man drankommt, oder vielleicht auch Allerletzter zu werden und gefrustet zu sein.

Die Regeln seien simpel: Ein ausschließlich selbst geschriebener Text, der sollte in fünf bis sieben Minuten vorgetragen sein, Singen gehe nicht, Requisiten seien ebenso wenig erlaubt. Die Idee zu diesen Wettbewerben kam 1997 nach Deutschland, mittlerweile gibt es sie in jeder größeren Stadt. Man tritt für seine Stadt an, die Teilnehmer heißen Slammer.

Den Schülern gibt Heydrich einen Einblick in sein Leben und seine Werkstatt, denn Schreiben, so erzählt er, gehe bei ihm nie zuhause am Schreibtisch, nur in Cafés oder Kneipen, in offener Umgebung. Zum Warmwerden lege er ein A4-Blatt vor sich und schreibe unzensiert alles auf, was ihm in den Sinn komme. Poesie in Szene setzen dürfen die Schüler der beiden Deutschkurse auch. Sie schreiben und tragen ihre Texte vor. Das kann dann sehr poetisch klingen wie bei Nicole Litschmann aus der 7e: "Ich möchte das Leben spüren, glücklich sein / fliegen können, nur mir selbst vertrauen / ich möchte singen, als ob mich keiner hört / Monster bekämpfen, ein Superheld sein / ich will Berge erklimmen und mich von oben fallen lassen / auf Wolken landen und den rosaroten Himmel sehen . . ."

Wie in einem echten Slam wählen die Schüler der beiden Schreibrunden abschließend einen kreativen Gewinner und überreichen ihm stolz die Gewinnertrophäe, die "Affenkopfmedaille".

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort