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Schule: Schüler erfüllen Weihnachtswünsche

Schule : Schüler erfüllen Weihnachtswünsche

Kein Kind im St. Wendeler Land soll an Weihnachten leer ausgehen. Deshalb haben Türkismühler Schüler jede Menge Geschenke besorgt.

Weihnachtswünsche sind für viele Kinder eine Selbstverständlichkeit. Doch manche Eltern sind finanziell nicht in der Lage, die Geschenkwünsche ihrer Kinder zu erfüllen. Weil die Euros nicht so locker sitzen, stellt das Weihnachtsfest für sozial-schwache Familien eine zusätzliche monetäre Belastung dar. Dafür springt eine Schülergruppe als Christkind ein und macht es möglich, dass an Heiligabend Träume in Erfüllung gehen und Weihnachtswünsche wahr werden. 110 Kindern im Landkreis St. Wendel wird ein Weihnachtsgeschenk zugestellt. Zum dritten Mal haben Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle ihre Weihnachtsaktion gestartet und erfüllen Kindern in einkommensschwachen Familien zum Fest der Liebe ihren persönlichen Wunsch.

„In diesem Jahr wurde das Seminarfach ,Soziales Projekt’ mit neuen Schülern zusammengestellt“, erklärt Lehrer Jörg Friedrich. Nach den Herbstferien haben die Schüler mit ihrer Aktion begonnen. „Wir haben Kontakt mit dem Kreisjugendamt aufgenommen und Wunschzettel als Vorlage übergeben“, berichtet Schülerin Alin aus der 13. Klasse. Drei Wochen, so die Zeitvorgabe, ist danach den Familienberatungszentren (FBZ) verblieben, um in den sozialen Gruppenstunden mit den Kindern aus benachteiligten Familien die Wunschzettel auszufüllen. Für Außenstehende anonym, versteht sich. „Die Nachfrage war in diesem Jahr größer, als das Angebot. Kein Geschenk sollte einen festgesetzten Betrag übersteigen und wir haben deshalb die Altersgrenze auf 14 Jahre festgesetzt“, sagt Dirk Wolter, Mitarbeiter beim Kreisjugendamt. Ziel der Projektgruppe war es, den Nachwuchs in allen Gemeinden des Landkreises zu bescheren.

„Jedes Geschenk kommt von Herzen und damit tun die Schüler etwas für andere Kinder vor der Haustür“, sagt Lehrer Friedrich. Seine neue Gruppe sei während des Projekts zusammengewachsen und hätte mit neuen Ideen den Grundgedanken der Aktion weiterentwickelt. „Es ist eine tolle Sache, wenn man anderen Kindern mit einem Geschenk eine Freude machen kann, die sonst zu Hause nichts bekommen hätten“, meint Alin. Sie gesteht weiter, dass die Projektarbeit sie emotional berührt und zum Nachdenken bewegt habe. Innerhalb der Gruppe, so hat Lehrer Friedrich beobachtet, sei eine gewisse Eigendynamik entstanden. In den Pausen hat das Charity-Team die zurückgekommenen und ausgefüllten Wunschzettel auf dem Schulgelände verteilt. „Ganze Klassen, Schüler, Lehrer, Eltern gar Omas und Opas haben sich an der Aktion beteiligt“, freut sich Seminarteilnehmer Philipp über die große Resonanz.

Nachdem alle Geschenke besorgt waren, sind die unterschiedlich großen Pakete im Schulgebäude zwischengelagert und weihnachtlich verpackt worden. Wolter hat für deren Abtransport noch zwei weitere Fahrzeuge organisieren müssen. Beim Anblick des Geschenkberges im Foyer der Gemeinschaftsschule ist Lehrer Friedrich vom freiwilligen Engagement der jungen Projektinitiatoren angetan. „Der karitative Charakter des Projekts ist für die Schüler ganz wichtig, damit sie dabei auch erkennen, wie gut es ihnen selbst geht“, meint Friedrich. Und Wolter ergänzt anerkennend: „Eine tolle Sache, die die Schüler gemanagt haben.“ Alle Geschenke seien passgenau und würden den Kindern riesige Freude bereiten. „Bis Heiligabend sind alle Pakete an die Kinder ausgeliefert“, versichert die Freisener FBZ-Mitarbeiterin Pia Gläsner. An der Gemeinschaftsschule hat sich die Weihnachtsaktion nach drei erfolgreichen Auflagen mittlerweile etabliert und einen enormen Stellenwert erlangt. „An einer Schule geht es auch um die Vermittlung von Werten, denn eine Schule ist eine Solidargemeinschaft in sich“, betont Friedrich. Die Schüler im Seminarfach „Soziales Projekt“ wollen die Aktion weiterführen.