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Schüler aus Europa wachsen zusammen

Schüler aus Europa wachsen zusammen

Sechs Schulen haben sich am internationalen Fremdsprachenworkshop an der Freien Waldorfschule Saar-Hunsrück in Walhausen beteiligt. Zum Abschluss stellten sie Ergebnisse vor, sangen und tanzten.

Sprachbarrieren, was ist das denn? Berührungsängste gab es schon gar nicht, miteinander wurde sich auf Englisch unterhalten. Eine Woche lernten sechs europäische Schulen an der Freien Waldorfschule gemeinsam. "Archieving together - zusammen etwas erreichen, aneinander wachsen" war die Erasmus-Schulpartnerschafts-Projektwoche in Walhausen überschrieben.

Dazu entwickelten 60 Schüler zwischen 14 und 18 Jahren in Workshops gemeinsame Themen. "Es war ganz toll, einmal andere Kulturen kennenzulernen", resümierte die Walhauser Schülerin Jonna die Projektwoche vor laufender Kamera für einen Film, der zum Abschluss gezeigt wurde. Darin fand es auch Levente aus Budapest wichtig, mal aus dem Heimatland rauszukommen und mit Gleichaltrigen anderer Nationalitäten gemeinsam zu lernen und etwas zu erleben. "Die Workshops und das gesamte Programm war sehr gut", meinte der Schüler aus Ungarn. Ihn zogen besonders die sportlichen Workshops und das internationale Sportfest an. Dabei galt es unter anderem die Disziplin Boule, ein englisches Kreisspiel, einen türkischen Lauf wie zudem die ungarische Abwandlung der Sportart Baseball zu absolvieren. "Bei uns in Ungarn spielen wir Baseball in einer vereinfachten Form", erklärte Levente.

Eine weitere Schülergruppe hatte sich mit Tourismus beschäftigt und eine Wander- sowie Radkarte für die Region erstellt - ohne die Landesgrenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz zu markieren.

"Es zeigt, dass die Schüler offen sind und nicht in Grenzen denken", wertete Matthias Valentin, Vorstandsmitglied im Waldorfschulverein. Erasmus-Projektleiterin Edda Niedermeier ergänzte: "Die internationale Gemeinschaft hat innerhalb einer Woche viel erreicht."

Beim großen Finale in der Sporthalle präsentierten sich die sechs Schulen mit eigenen Beiträgen. Die Waldorfschüler aus Straßburg stellten über das Mittelalter bis zur Gegenwart die Geschichte ihrer Heimatstadt vor. Sebastian aus dem englischen Southampton lud alle zu einer Achterbahnfahrt im Alton Towers, einem populären Themenpark in Großbritannien, ein. Die ungarische Gruppe tanzte in volkstümlicher Tracht den "Magyar Néptánc" (ungarischer Volkstanz ), Solotänzer Ilcayto Onuralp aus der Türkei führte den Volkstanz Zeybek auf, der von einem Kriegerstamm aus der Agäis abstammt. Einen Film mit allen Ereignissen während der Woche hatten die Walhauser Schüler gedreht, geschnitten und vertont.

Projekt für Zukunft

Untergebracht war die internationale Schulgemeinschaft im Max-Braun-Zentrum in Steinberg-Deckenhardt. Zum Abschluss der Woche wünschte Niedermeier: "Hier ist ein Keim entstanden, den alle mitnehmen, der soll jetzt wachsen und zum Blühen kommen".

Zum Thema:

Auf einen BlickErasmus+ ist ein dreijähriges Schulprojekt, das die Europäische Union (EU) kofinanziert. Ziel ist, Lerngemeinschaften zu fördern, in denen der Einzelne integriert ist. Des Weiteren soll das Projekt die Lernqualität bei Lese-, Schreib-, Rechen- und Fremdsprachenkompetenzen erhöht werden. Soziale und berufsorientierte Handlungskompetenzen gehören ebenso dazu. An der Freien Waldorfschule Saar-Hunsrück in Walhausen wurden Workshops zu Unternehmertum, Region, Tourismus, Sport, Lesen, Rechnen, Schreiben, Theater und Essen angeboten. Folgende Schulen nahmen teil: Ringwood-Waldorfschule Southampton (England), Ecole Michael Straßburg (Frankreich), Obudai-Waldorfschule Budapest (Ungarn), TED Aliga Ozel Lisesi Izmir (Türkei), TED Aliaga Ozel Ortaokulu Izmir (Türkei) und die hiesige Freie Waldorfschule Saar-Hunsrück. frf