Schotten-Spektakel in der Stadt

Homburg · Homburg lag am Mittwoch für eine ganze Zeit in den schottischen Highlands. Die große Parade durch die City von Schülern und Lehrern der Glasgower Traditions-Schule mit ihren Dudelsäcken und Trommeln wurde zum Magneten für viele Gäste.

 Angeführt von Drum Major Billy Jordan machten sich gestern Lehrer und Schüler der „Winter School“ des Glasgower „College of Piping“ von der Jugendherberge aus auf den Weg, um die Gäste und Zuschauer mit ihrer großen Parade zu begeistern. Foto: Thorsten Wolf

Angeführt von Drum Major Billy Jordan machten sich gestern Lehrer und Schüler der „Winter School“ des Glasgower „College of Piping“ von der Jugendherberge aus auf den Weg, um die Gäste und Zuschauer mit ihrer großen Parade zu begeistern. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf

Wie schottisch darf's denn sein? In Homburg gestern mit Sicherheit so schottisch wie möglich! Einige hundert Schaulustige konnten gar nicht genug bekommen von der großen Parade von Schülern und Lehrern der "Winter School" des "College of Piping". Zum vierten Mal ist die Glasgower Traditions-Schule für Dudelsack-Spiel und Trommel in der Homburger Jugendherberge zu Gast. Und nicht zum ersten Mal erfreuten die Musiker mit ihrer Kunst bei der großen Parade die Fans schottischer Kultur.

Unter denen, die gestern im Schottenrock für Begeisterung sorgten, fanden sich auch der 13-jährige Vincent Fürst und seine 14-jährige Schwester Anne. Beide kommen aus St. Ingbert - und beide hatten ihren Spaß daran, in der saarländischen Heimat "real scottish sound" erklingen zu lassen. "Das war richtig cool", freute sich Vincent, nachdem er mit der Truppe im Marschformation die große Parade hinter sich gebracht hatte. Dass gerade beim Konzert-Zwischenstopp auf dem historischen Marktplatz die Begeisterung der Zuhörer überschwappte, freute den jungen Nachwuchs-Dudelsack-Spieler nicht minder. Und auch Vincents Schwester Anne, unterwegs mit einer Militär-Trommel, zeigte sich begeistert von der Begeisterung. Gleichwohl gestand sie: "Während des Spielen konzentriert man sich richtig und bekommt vom drumherum nicht so viel mit. Aber danach merkt man schon, dass die Leute das echt gut finden."

Seit einem Jahr sind Anne und Vincent Fürst gemeinsam als "Scottish Pipe and Drum"-Duo unterwegs. Den Anfang in Sachen traditioneller schottischer Musik machte aber schon vor viereinhalb Jahren Vincent mit dem Dudelsack, seine Schwester zog zwei Jahre später mit der Trommel nach. Die "Winter School" des "College of Piping" ist da eine willkommene Möglichkeit, mit Trainer-Legenden von der Insel das eigene Können zu verfeinern. Aber was lernt man da jetzt eigentlich genau? Vincent: "Im Moment legen wir besonderen Wert auf die Tanzlieder, weil die besonders schwer zu spielen sind." Und seine Schwester Anne? "Ich habe mir eine neue Technik angeeignet, habe neue Lieder kennengelernt und mich darin geübt, während des Spielens zu marschieren."

Und eben dieses Marschieren machte gestern einiges von der Faszination für die Gäste des Spektakels aus. Mit klaren Kommandos angeführt von Drum Major Billy Jordan ging's von der Jugendherberge aus über die Kanalstraße und die Eisenbahnstraße zum historischen Marktplatz. Dort nahm die Band Formation an und begeisterte mehr als 200 Zuhörer - natürlich auch mit Amazing Grace. Ein waches Auge auf die Veranstaltung hatte Kirstin Fürst, die Mutter von Anne und Vincent - und seit diesem Jahr verantwortlich für die Pressearbeit der Winter School. Fürst zeigte sich sichtlich angetan vom Zuspruch der Gäste. "Ich bin wirklich sehr zufrieden. Und ich freue mich, dass ich auch unsere Lehrer des Colleges hier mit der großen Resonanz der Menschen glücklich machen konnte." Eben die seien, so Kirstin Fürst, echte Stars in Schottland, "für die wird dort der rote Teppich ausgerollt." So weit war man nun in Homburg gestern noch nicht - aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Auf einen BlickWer sich für "Scottish Pipes and Drums" begeistert, der hat anlässlich der diesjährigen "Winter School" noch zweimal die Möglichkeit, öffentliche Konzerte (Einritt jeweils fünf Euro) zu besuchen: Am kommenden Freitag, 14. Februar, gibt es in der Jugendherberge ab 19.30 Uhr ein Dudelsack-Konzert mit Douglas Murray. Am Samstag, 15. Februar, folgt dann ab 19.30 Uhr, ebenfalls in der Jugendherberge am Mühlgraben, das große Abschlusskonzert . thw