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Schönstatter Pilgerheiligtum wandert von Haus zu Haus

Schönstatter Pilgerheiligtum wandert von Haus zu Haus

Freisen/Wolfersweiler. Es war ein brasilianischer Familienvater mit Namen Joao Luiz Pozzobon, der vor 60 Jahren die Idee hatte, das bekannte Bildnis der Schönstatter Muttergottes - es wird die "Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt" genannt - verkleinert in einen Holzrahmen zu stellen und in die Familien seines Wohngebietes zu bringen

Freisen/Wolfersweiler. Es war ein brasilianischer Familienvater mit Namen Joao Luiz Pozzobon, der vor 60 Jahren die Idee hatte, das bekannte Bildnis der Schönstatter Muttergottes - es wird die "Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt" genannt - verkleinert in einen Holzrahmen zu stellen und in die Familien seines Wohngebietes zu bringen. Es sollte die Menschen immer an das Pilgerheiligtum in Schönstatt erinnern. Der Brasilianer hat damals wohl nicht geahnt, dass seine Idee mit dem Madonnenbild einige Jahre später um die Welt gehen und auch in Freisen ankommen würde. 1997 fing es in Freisen anUm sich auf das Heilige Jahr 2000 vorzubereiten kamen 1997 fünf Nachbildungen der "Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt" in die Pfarrei St. Remigius. "Soviel ich weiß, war Freisen damals der erste Ort in Deutschland, der die Idee mit dem kleinen Pilgerheiligtum aufgriff und in die Tat umsetzte", sagte Gisela Schumacher, die das Projekt seither betreut. Einen Monat lang wanderten ab diesem Zeitpunkt die fünf Bildnisse von einem Haus in das andere. Fünf Gruppen mit je sieben bis zwölf Familien machten mit. Jede Familie nahm die Muttergottes für zwei bis drei Tage bei sich daheim auf und gab ihr einen schönen Platz. "Gäste lässt man nicht irgendwo alleine sitzen, man teilt mit ihnen das Leben", berichtete die Freisenerin von ihren Erfahrungen. An jedem Tag und in vielen Stunden sollen die Hausbewohner an die Muttergottes erinnert werden und ab und zu innehalten im Getriebe des Alltags. Ganz stolz ist Gisela Schumacher darauf, dass von den Familien in Freisen und Umgebung, die seit 1997 mitmachen, bisher niemand abgesprungen ist. Im Gegenteil, es seien immer mehr geworden, so viele, dass jetzt zehn Bildnisse im Umlauf seien und das zur Pfarreiengemeinschaft gehörende Wolfersweiler mit einbezogen werden konnte. Kürzlich weilte Schwester Marié aus Schönstatt in Freisen und beteiligte sich an einer Prozession zur Mariengrotte. Beim anschließenden Gedankenaustausch im Kolpinghaus übergab sie weitere Bilder an die Begleitpersonen des Projektes. "Immer wieder erhalte ich aus den jetzt rund 100 Familien positive Rückmeldungen über den ,Besuch' der Schönstatter Muttergottes in ihren Wohnungen", erzählte Gisela Schumacher, die von ihrem Mann Alfons unterstützt wird. Jede Familie sei für die Weitergabe nach dem festgelegten Plan selbst verantwortlich, was auch sehr gut funktioniere. Das hölzerne Bild geht in einer Tasche auf die Reise, in der sich auch das Begleitbuch "Ein Augenblick Zeit für Gott und füreinander" mit vielen Gebetsanregungen befindet, manchmal auch eine passende CD. "Wenn sich mindestens sieben Familien finden, die die Muttergottes bei sich daheim aufnehmen möchten, kommt ein weiteres Bild in die Pfarreiengemeinschaft", sagte Gisela Schumacher und hofft, dass dem so sein wird. Weltweit gibt es über 200 000 solcher Heiligtümer in 87 Ländern. 4000 davon wandern in Deutschland von Familie zu Familie - und Freisen und Wolfersweiler sind mit zehn dabei. gtrInfos: Pfarramt St. Remigius Freisen, Telefon (06855) 22 9, Familie Hoffmann, Telefon (06855) 12 38, Familie Schumacher, Telefon (06855) 14 45.